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title: "Bundeszentrum in Rostock soll Altmunition aus Nord- und Ostsee bergen"
description: "In Nord- und Ostsee lagern rund 1,6 Millionen Tonnen Munition aus den Weltkriegen – rostend, giftig und eine wachsende Gefahr für Umwelt und Fischerei. Ein neues Bundeskompetenzzentrum in Rostock soll die aufwendige Bergung nun bündeln und voranbringen."
category: "Inland"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/inland
author: "Johanna Weber"
published: 2026-07-02T17:43:54.000Z
updated: 2026-07-02T17:43:54.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/bundeszentrum-in-rostock-soll-altmunition-aus-nord-und-ostsee-bergen
tags: ["Ostsee", "Nordsee", "Munition", "Umwelt", "Rostock"]
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# Bundeszentrum in Rostock soll Altmunition aus Nord- und Ostsee bergen

In Nord- und Ostsee lagern rund 1,6 Millionen Tonnen Munition aus den Weltkriegen – rostend, giftig und eine wachsende Gefahr für Umwelt und Fischerei. Ein neues Bundeskompetenzzentrum in Rostock soll die aufwendige Bergung nun bündeln und voranbringen.

Unter der Wasseroberfläche von Nord- und Ostsee liegt ein gefährliches Erbe der Weltkriege: Granaten, Bomben und Minen, die nach 1945 einfach im Meer versenkt wurden. Ein neues Bundeskompetenzzentrum in Rostock soll die Bergung dieser Altlasten künftig koordinieren und beschleunigen.

## Ein Erbe von 1,6 Millionen Tonnen

Die Dimension ist gewaltig: Nach Schätzungen liegen [rund 1,6 Millionen Tonnen alte Munition](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/neues-bundeskompetenzzentrum-munitionsbergung-aus-dem-meer-nimmt-die-arbeit-auf) auf dem Grund der beiden Meere. Vieles davon wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gezielt verklappt, um es loszuwerden. Jahrzehntelang galt das Problem als aus den Augen, aus dem Sinn – doch die Zeit arbeitet gegen die versenkten Waffen: Die Metallhüllen rosten durch, und die enthaltenen Spreng- und Giftstoffe treten nach und nach ins Wasser aus. Fachleute warnen, dass die Stoffe die Meeresumwelt und die Nahrungskette belasten und teils krebserregend sind.

## Neues Zentrum in Rostock

Um die Bergung zu organisieren, hat der Bund das Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer geschaffen, kurz „BK Meer". Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte die Einrichtung in Rostock vor. Das Zentrum soll an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung arbeiten: Es bündelt Fachwissen, treibt die nötige Technik voran und bringt die vielen beteiligten Stellen von Bund und Ländern zusammen. Denn die Bergung von Munition unter Wasser ist heikel, teuer und technisch anspruchsvoll – nichts, was sich nebenbei erledigen lässt.

## Geld, Pilotprojekt und eine schwimmende Fabrik

Der Bund unterlegt das Vorhaben mit Geld: Ein Sofortprogramm stellt 100 Millionen Euro bereit. Damit sollen erste Pilotbergungen finanziert und die Grundlagen für den größeren Einsatz gelegt werden. Das Herzstück ist für die kommenden Jahre geplant: Von 2028 an soll eine schwimmende Plattform die Munition direkt auf See aufnehmen und entschärfen können – eine Art mobile Entsorgungsfabrik. Eingebettet ist all das in einen umfassenderen „Aktionsplan Meer", der auch andere Gefahren wie herrenlose Fischernetze (Geisternetze) angeht.

## Ein Wettlauf mit dem Rost

Der Aufwand ist enorm, doch die Alternative – Nichtstun – wird mit jedem Jahr riskanter. Je länger die Munition im Wasser bleibt, desto mehr Schadstoffe gelangen ins Meer, und desto gefährlicher wird die Bergung selbst. Mit dem Zentrum in Rostock bekommt das jahrzehntelang vernachlässigte Problem nun eine zentrale Adresse. Bis Nord- und Ostsee von ihrem giftigen Kriegserbe befreit sind, wird es dennoch Jahrzehnte dauern – der Anfang aber ist gemacht.

## Quellen

- [Neues Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer nimmt die Arbeit auf](https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/neues-bundeskompetenzzentrum-munitionsbergung-aus-dem-meer-nimmt-die-arbeit-auf)
- [Zentrum soll Altmunition aus Nord- und Ostsee bergen helfen](https://www.nordschleswiger.dk/deutschland/zentrum-soll-altmunition-aus-nord-und-ostsee-bergen/3444666)

