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title: "Daten für Jahrtausende: Wie ein Laser Informationen in Glas schreibt"
description: "Festplatten altern, Magnetbänder müssen umkopiert werden – doch Glas hält fast ewig. Forscher schreiben Daten mit ultrakurzen Laserpulsen tief in Quarzglas. Das Verfahren könnte Archive für Jahrtausende sichern, ist aber noch kein Alltagsspeicher."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Johanna Weber"
published: 2026-06-30T17:49:15.000Z
updated: 2026-06-30T17:49:15.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/daten-fuer-jahrtausende-wie-ein-laser-informationen-in-glas-schreibt
tags: ["Datenspeicher", "Quarzglas", "Laser", "Archivierung", "Forschung"]
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# Daten für Jahrtausende: Wie ein Laser Informationen in Glas schreibt

Festplatten altern, Magnetbänder müssen umkopiert werden – doch Glas hält fast ewig. Forscher schreiben Daten mit ultrakurzen Laserpulsen tief in Quarzglas. Das Verfahren könnte Archive für Jahrtausende sichern, ist aber noch kein Alltagsspeicher.

Wie bewahrt man Daten so auf, dass sie nicht nur Jahre, sondern Jahrtausende überdauern? Eine Antwort der Forschung lautet: in Glas.

## Schreiben mit Lichtblitzen

Das Prinzip klingt nach Science-Fiction, beruht aber auf handfester Physik. Ein [Femtosekundenlaser feuert extrem kurze Lichtblitze](https://www.heise.de/hintergrund/So-funktioniert-Langzeitarchivierung-mit-Voxeln-in-Quarzglas-11290951.html) – eine Femtosekunde ist der billiardste Teil einer Sekunde – in das Innere einer Glasscheibe. Dort erzeugen sie winzige, bleibende Strukturen, sogenannte Voxel. Man kann sich ein Voxel als dreidimensionales Pixel vorstellen: ein Bildpunkt, der nicht auf einer Oberfläche liegt, sondern in der Tiefe des Materials.

## Daten in mehreren Dimensionen

Der Clou liegt darin, dass nicht nur die Position eines Voxels Information trägt. Auch seine Größe und Ausrichtung sowie die Art, wie er das Licht bricht, lassen sich auslesen und kodieren Daten. So entstehen viele Ebenen übereinander, und das gesamte Volumen des Glases wird genutzt – nicht nur eine Oberfläche wie bei einer CD. Forschende der Universität Southampton, die diese Technik mitentwickelt haben, sprechen daher von einem mehrdimensionalen Speicher. Auf eine kleine Glasplatte passen so erhebliche Datenmengen.

## Hart im Nehmen

Der eigentliche Vorteil von Glas ist seine Beständigkeit. Es übersteht große Hitze, ist unempfindlich gegen Wasser und Magnetfelder und altert kaum. Während Festplatten oft nur wenige Jahre zuverlässig laufen und Magnetbänder regelmäßig umkopiert werden müssen, soll ein beschriebenes Glas seine Daten den Forschern zufolge [über tausende Jahre bewahren](https://www.microsoft.com/en-us/research/blog/project-silicas-advances-in-glass-storage-technology/) – und das ganz ohne Stromversorgung. Solche Lebensdauern sind allerdings rechnerische Prognosen; in Echtzeit lassen sie sich naturgemäß nicht prüfen.

## Noch kein Speicher für jedermann

Bei aller Faszination: Für den Alltag taugt die Technik bislang nicht. Das Beschreiben ist langsam, das Auslesen erfordert spezielle Mikroskope, und die Herstellung ist aufwendig. Marktreife Preise sind nicht in Sicht. Bekannt geworden ist vor allem das Projekt „Silica" des Software-Konzerns Microsoft, das die Technik für riesige Archive erproben will; parallel arbeiten Forschungsgruppen und Ausgründungen an höheren Geschwindigkeiten.

## Eine Zeitkapsel für Daten

Gedacht ist die Glas-Speicherung deshalb nicht für Laptops oder Smartphones, sondern für „kalte" Archive: Daten, die selten gebraucht, aber lange aufbewahrt werden sollen – Kulturgut, Forschungsergebnisse, wichtige Unterlagen. In einer Zeit, in der digitale Daten erstaunlich vergänglich sein können, ist ein Medium, das Jahrtausende übersteht, ein bestechender Gedanke. Bis es so weit ist, bleibt das Glasarchiv aber vor allem eines: ein vielversprechendes Versprechen.

## Quellen

- [So funktioniert Langzeitarchivierung mit Voxeln in Quarzglas](https://www.heise.de/hintergrund/So-funktioniert-Langzeitarchivierung-mit-Voxeln-in-Quarzglas-11290951.html)
- [Project Silica: Fortschritte bei der Glas-Speichertechnik](https://www.microsoft.com/en-us/research/blog/project-silicas-advances-in-glass-storage-technology/)

