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title: "DGB-Konzept: Mehr Rente ohne längere Lebensarbeitszeit"
description: "Der Deutsche Gewerkschaftsbund legt ein Gegenmodell zur Rentendebatte vor: ein höheres Rentenniveau, finanziert über mehr Einzahler und höhere Beiträge – aber ohne längeres Arbeiten und ohne die von der Regierungskommission vorgeschlagene Kapitalrente."
category: "Inland"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/inland
author: "Lena Baumann"
published: 2026-06-26T03:48:27.000Z
updated: 2026-06-26T03:48:27.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/dgb-konzept-mehr-rente-ohne-laengere-lebensarbeitszeit
tags: ["Rente", "DGB", "Rentenreform", "Sozialpolitik", "Rentenniveau"]
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# DGB-Konzept: Mehr Rente ohne längere Lebensarbeitszeit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund legt ein Gegenmodell zur Rentendebatte vor: ein höheres Rentenniveau, finanziert über mehr Einzahler und höhere Beiträge – aber ohne längeres Arbeiten und ohne die von der Regierungskommission vorgeschlagene Kapitalrente.

Mitten in der Debatte um die Zukunft der Rente hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein eigenes Konzept vorgelegt – als Gegenentwurf zu wichtigen Empfehlungen der von der Regierung eingesetzten Alterssicherungskommission, deren Bericht Arbeitsministerin Bärbel Bas Ende Juni übergeben wurde. Wie das [Handelsblatt berichtet](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ringen-um-reformen-mehr-rente-ohne-laengere-arbeit-was-der-dgb-vorschlaegt/100235985.html), eint beide Seiten das Ziel, das Sicherungsniveau langfristig zu stärken – beim Weg dorthin aber liegen sie weit auseinander.

## Höheres Niveau statt längerer Arbeit

Das gesetzliche Rentenniveau liegt derzeit bei rund 48 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns. Der DGB will es schrittweise wieder anheben. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters – etwa eine Kopplung an die steigende Lebenserwartung, wie sie die Kommission vorschlägt – lehnt der DGB strikt ab. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt: Je höher das Rentenalter, desto größer die Gruppe derer, die es nicht gesund bis dahin schafften.

## Streit um die Kapitalrente

Der größte Graben verläuft bei der Finanzierung. Die Alterssicherungskommission schlägt nach internationalem Vorbild eine teils kapitalgedeckte Komponente vor. Der DGB lehnt das ab und setzt stattdessen auf die Umlagefinanzierung: leicht höhere Beiträge, einen höheren Steuerzuschuss des Bundes sowie eine stärkere Heranziehung hoher Einkommen und Vermögen ([DGB](https://www.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dgb-chefin-fahimi-rentenkommission-setzt-richtiges-ziel-doch-viele-fragen-bleiben-offen)).

## Mehr Einzahler

Ein Kernpunkt ist die schrittweise Einführung einer Erwerbstätigenversicherung: Mehr Menschen sollen in die gesetzliche Rente einzahlen – zunächst Selbstständige ohne Absicherung und Abgeordnete, perspektivisch auch Beamte. Diesen Schritt teilt der DGB ausdrücklich mit der Regierungskommission. Auch die vorgeschlagene Einbeziehung von Minijobs in die Sozialversicherung begrüßt der DGB.

## Die Fronten

Während Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerin Bas das Kommissionspaket als notwendige Reform werten, kommt von Arbeitgeberverbänden Kritik an einzelnen Punkten – etwa an der Minijob-Reform. Der DGB wiederum will verhindern, dass Stabilität über längere Lebensarbeitszeit oder Leistungskürzungen erkauft wird. Wie viel von welchem Konzept am Ende Gesetz wird, entscheidet sich im parlamentarischen Verfahren – die Debatte hat gerade erst begonnen.

## Quellen

- [Mehr Rente ohne längere Arbeit – was der DGB vorschlägt](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ringen-um-reformen-mehr-rente-ohne-laengere-arbeit-was-der-dgb-vorschlaegt/100235985.html)
- [DGB-Chefin Fahimi: Rentenkommission setzt richtiges Ziel](https://www.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dgb-chefin-fahimi-rentenkommission-setzt-richtiges-ziel-doch-viele-fragen-bleiben-offen)

