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title: "Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor"
description: "Mitten in einer Rekord-Hitzewelle kritisiert der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband die Bundesregierung scharf: Seit Jahren werde Hitzeschutz angekündigt, doch in den Praxen und Pflegeheimen sei „de facto nichts passiert“."
category: "Inland"
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author: "Annika Schuster"
published: 2026-06-27T03:51:14.000Z
updated: 2026-06-27T03:51:14.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/hausaerzte-werfen-bundesregierung-versagen-beim-hitzeschutz-vor
tags: ["Hitzeschutz", "Hausärzte", "Hitzewelle", "Pflegeheime", "Gesundheitspolitik", "Bundesregierung"]
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# Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Mitten in einer Rekord-Hitzewelle kritisiert der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband die Bundesregierung scharf: Seit Jahren werde Hitzeschutz angekündigt, doch in den Praxen und Pflegeheimen sei „de facto nichts passiert“.

Während der Deutsche Wetterdienst am Freitag in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad Celsius einen neuen deutschen Junirekord registrierte, kommt scharfe Kritik aus der Ärzteschaft: Der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband wirft der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor.

## „Bis heute ist de facto nichts passiert"

„Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den [Zeitungen der Funke-Mediengruppe](https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_101316034/hitzeschutz-hausaerzte-kritisieren-bundesregierung.html). Seit Jahren werde angekündigt, das Thema endlich anzugehen – „bis heute ist de facto nichts passiert". Versprochene Maßnahmen, darunter eine Vergütung für strukturierte Hitzeschutzberatung in den Praxen, seien nicht umgesetzt worden.

## Was Praxen in Hitzewellen leisten

Dabei ist der Aufwand erheblich. Gerade für ältere und chronisch kranke Menschen ist extreme Hitze gefährlich. In den Praxen müssen Medikamente überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, und Patientinnen und Patienten müssen erfahren, wie hitzeempfindliche Arzneimittel – etwa Insulin – richtig gelagert werden. Eine „vernünftig finanzierte Hitzeschutzberatung in den Praxen wäre das Minimum", fordert Buhlinger-Göpfarth. Zugleich müssten Pflegeheime in die Lage versetzt werden, ihre Bewohnerinnen und Bewohner wirksam zu schützen.

## Tausende hitzebedingte Todesfälle pro Jahr

Die Forderungen haben einen ernsten Hintergrund. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts und des [Bundesgesundheitsministeriums](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/hitze) starben in Deutschland im extrem heißen Sommer 2022 rund 4.500 Menschen an den Folgen von Hitze, 2023 waren es etwa 3.200. Besonders betroffen sind ältere Menschen ab 75 Jahren. Deutschland zählt damit zu den EU-Ländern mit den höchsten absoluten Hitzesterbezahlen.

Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf seinen 2023 vorgestellten „Hitzeschutzplan für Gesundheit" sowie auf Muster-Hitzeschutzpläne für Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen. Aus Sicht des Hausärzteverbands ersetzen solche Empfehlungen jedoch keine verbindliche Finanzierung und keine klaren Zuständigkeiten.

## Hitze als wiederkehrende Belastung

Mit dem aktuellen Rekordwert von 41,3 Grad gewinnt die Debatte an Dringlichkeit. Klimaprognosen zufolge werden extreme Hitzewellen häufiger und intensiver – und damit auch die Belastung für das Gesundheitssystem. Ob die Politik das Thema diesmal über den Sommer hinaus auf der Agenda hält, bleibt die entscheidende Frage.

## Quellen

- [Hitzeschutz: Hausärzte kritisieren Bundesregierung](https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_101316034/hitzeschutz-hausaerzte-kritisieren-bundesregierung.html)
- [Gesundheitsrisiko Hitze – Hitzeschutzplan für Gesundheit](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/hitze)

