---
title: "Lausitzer Seenland: Aus Tagebauen wird eine Seenplatte"
description: "Wo jahrzehntelang Braunkohle gefördert wurde, entsteht in der Lausitz Europas größte künstliche Seenlandschaft. Ein neuer schiffbarer Seenverbund macht den Strukturwandel sichtbar – samt seiner Chancen und Tücken."
category: "Inland"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/inland
author: "Paul Wagner"
published: 2026-06-30T07:47:01.000Z
updated: 2026-06-30T07:47:01.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/lausitzer-seenland-aus-tagebauen-wird-eine-seenplatte
tags: ["Strukturwandel", "Lausitz", "Braunkohle", "Tourismus", "Brandenburg"]
---
# Lausitzer Seenland: Aus Tagebauen wird eine Seenplatte

Wo jahrzehntelang Braunkohle gefördert wurde, entsteht in der Lausitz Europas größte künstliche Seenlandschaft. Ein neuer schiffbarer Seenverbund macht den Strukturwandel sichtbar – samt seiner Chancen und Tücken.

Es ist eine der größten Landschaftsverwandlungen Europas: In der Lausitz, dem alten Braunkohlerevier zwischen Brandenburg und Sachsen, wird aus Tagebaulöchern ein zusammenhängendes Seenland.

## Schiffbar verbundene Seen

Herzstück ist ein Netz aus ehemaligen Tagebauen, die mit Wasser gefüllt und über Kanäle miteinander verbunden wurden. Mehrere große Seen rund um Senftenberg sind inzwischen [schiffbar verbunden](https://de.wikipedia.org/wiki/Lausitzer_Seenland), sodass Boote von einem Gewässer ins nächste fahren können. Insgesamt entsteht hier das größte künstliche Seengebiet Europas – Wasserfläche, wo vor wenigen Jahrzehnten noch Schaufelradbagger die Erde abtrugen. Die Lage zwischen Berlin und Dresden macht die Region für den Ausflugs- und Wochenendtourismus attraktiv.

## Ein Werk von Jahrzehnten

Der Wandel ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis langer, teurer Arbeit. Zuständig für die Sanierung der ehemaligen Bergbauflächen ist die bundeseigene LMBV, die seit den 1990er-Jahren Restlöcher flutet, Ufer sichert und Flächen für die Nachnutzung herrichtet. Die Flutung erfolgt unter anderem mit Wasser aus Flüssen und kann viele Jahre dauern, bis ein See seinen Zielwasserstand erreicht. Erst danach lassen sich Strände, Häfen und Radwege anlegen.

## Tücken der künstlichen Natur

So idyllisch die neuen Seen wirken, so anspruchsvoll ist ihre Pflege. Eine zentrale Sorge ist das Wasser selbst: Trockene Sommer erschweren die Flutung, und der Klimawandel könnte den Nachschub knapper machen. Hinzu kommt die [Wasserqualität](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/seenlandschaft-brandenburg-sachsen-strukturwandel-100.html) – Bergbaufolgen wie die Versauerung müssen aufwendig ausgeglichen werden. Auch die Standsicherheit der Ufer ist ein Dauerthema, weil aufgeschüttete Böschungen ins Rutschen geraten können. Die neue Landschaft braucht also dauerhafte Kontrolle.

## Strukturwandel mit Rückenwind

Hinter dem Seenland steht eine größere Aufgabe: der Abschied von der Braunkohle. Der Bund unterstützt die betroffenen Reviere mit milliardenschweren Strukturhilfen, um neue Arbeitsplätze in Tourismus, Forschung, Industrie und erneuerbaren Energien aufzubauen. Noch arbeiten in der Lausitz Tausende Menschen in der Kohle; für sie und die ganze Region geht es darum, rechtzeitig tragfähige Alternativen zu schaffen. Die Tourismuszahlen am Seenland steigen seit Jahren – ein Hoffnungszeichen, dass der Wandel gelingen kann.

## Ein Sinnbild

Das Lausitzer Seenland ist mehr als ein Freizeitgebiet. Es steht sinnbildlich dafür, dass tiefe Eingriffe in die Natur über lange Zeiträume zumindest teilweise geheilt werden können – wenn Geld, Planung und Geduld zusammenkommen. Vollendet ist das Werk noch lange nicht; einige Seen füllen sich erst in den kommenden Jahren. Doch schon heute zeigt die Lausitz, wie die Zeit nach der Kohle aussehen könnte.

## Quellen

- [Seenlandschaft statt Braunkohlewüste in der Lausitz](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/seenlandschaft-brandenburg-sachsen-strukturwandel-100.html)
- [Lausitzer Seenland](https://de.wikipedia.org/wiki/Lausitzer_Seenland)

