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title: "Nach Faschismus-Eklat: Wegner fordert SPD und Grüne zum Abstand zur Linken auf"
description: "Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano hat der CDU \"faschistische Politik\" vorgeworfen und sie mit der AfD gleichgesetzt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verlangt nun, dass SPD und Grüne ihre Nähe zur Linkspartei überdenken – und stellt die Frage nach deren \"eigener Brandmauer\"."
category: "Inland"
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author: "Annika Schuster"
published: 2026-06-23T01:13:30.000Z
updated: 2026-06-23T01:13:30.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/nach-faschismus-eklat-wegner-fordert-spd-und-gruene-zum-abstand-zur-linken-auf
tags: ["Kai Wegner", "Die Linke", "Luigi Pantisano", "CDU", "Brandmauer", "Berlin"]
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# Nach Faschismus-Eklat: Wegner fordert SPD und Grüne zum Abstand zur Linken auf

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano hat der CDU "faschistische Politik" vorgeworfen und sie mit der AfD gleichgesetzt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verlangt nun, dass SPD und Grüne ihre Nähe zur Linkspartei überdenken – und stellt die Frage nach deren "eigener Brandmauer".

Ein einziger Satz auf dem Linken-Parteitag in Potsdam hat eine bundesweite Debatte über den Umgang demokratischer Parteien miteinander ausgelöst. Im Zentrum: der frisch gewählte Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano – und ein Faschismus-Vorwurf gegen die CDU, der nun auch die Berliner Landespolitik erfasst.

## Der Auslöser: Ein Vergleich, der die CDU mit Faschisten gleichsetzt

Kurz vor seiner Wahl an die Spitze der Linken äußerte sich Pantisano zur CDU in einer Weise, die für scharfe Kritik sorgte. Er stellte die Unionspolitik mit jener der AfD und mit dem Faschismus auf eine Stufe: „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst", wird er von mehreren Medien zitiert ([Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/faschismus-zitat-wegner-spd-und-grune-sollten-auf-abstand-zur-linken-gehen-15743325.html)).

Die Aussage fiel im Umfeld des Linken-Parteitags. Dort übernahm Pantisano gemeinsam mit Ines Schwerdtner die Parteiführung und löste den bisherigen Vorsitzenden Jan van Aken ab.

## Wegners Vorstoß: Die Frage nach der „eigenen Brandmauer"

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nutzte den Eklat, um den Druck auf die potenziellen Bündnispartner der Linken zu erhöhen. Er forderte SPD und Grüne auf, ihr Verhältnis zur Linkspartei grundlegend zu überdenken.

„Grüne und SPD müssen sich fragen lassen, wo ihre eigene Brandmauer gegen politischen Extremismus steht", sagte Wegner ([Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/faschismus-zitat-wegner-spd-und-grune-sollten-auf-abstand-zur-linken-gehen-15743325.html)). Pantisanos Worte seien kein Ausrutscher, sondern symptomatisch: „Die Äußerungen von Herrn Pantisano stehen symptomatisch für eine Linkspartei, die sich seit Jahren zunehmend radikalisiert."

Wer die CDU mit der AfD gleichsetze, so Wegner weiter, „verlässt den Boden einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung". Ähnlich äußerte er sich gegenüber dem [Nordkurier](https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/wegner-spd-und-gruene-sollten-auf-abstand-zur-linken-gehen-4665314).

Mit der Forderung rührt Wegner an einen wunden Punkt der politischen Linken: SPD und Grüne arbeiten auf kommunaler und Landesebene vielerorts mit der Linken zusammen – während die CDU traditionell auf eine klare Abgrenzung pocht. Indem Wegner den Begriff der „Brandmauer" umdreht und auf den linken Rand anwendet, fordert er von SPD und Grünen dieselbe Konsequenz ein, die diese gegenüber der AfD verlangen.

## Pantisano rudert zurück – und entschuldigt sich

Die Empörung blieb nicht auf die Union beschränkt. Aus CDU und CSU kamen Rücktrittsforderungen, doch auch in der eigenen Partei sorgte der Vorstoß für Irritation. Mehrere Linken-Politiker, besonders aus Ostdeutschland, kritisierten die Wortwahl.

Pantisano selbst nannte seine Formulierung wenig später „unglücklich" und „verkürzt" und zog sie schließlich zurück. „Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch", erklärte er und entschuldigte sich – ausdrücklich auch bei jenen in der CDU, die eine klare Brandmauer gegen die AfD betonen ([ZDFheute](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/linke-pantisano-faschismus-cdu-afd-entschuldigung-100.html)).

## Der Streit trifft einen Nerv der Linken

Der Vorfall legt einen tieferen Konflikt offen, der die Linke seit Jahren prägt: Die Partei ist gespalten zwischen Pragmatikern, die etwa Minderheitsregierungen tolerieren, und dogmatischeren Kräften, die schärfere Abgrenzungen bevorzugen. Für Wegner ist die Episode ein willkommener Hebel, um in der Hauptstadt und darüber hinaus die Lager zu sortieren. Ob SPD und Grüne der Aufforderung folgen, auf Abstand zu gehen, ist offen – die beiden Parteien äußerten sich in der ersten Reaktion nicht direkt zu Wegners Vorstoß.

## Quellen

- [Faschismus-Zitat: Wegner: SPD und Grüne sollten auf Abstand zur Linken gehen](https://www.tagesspiegel.de/berlin/faschismus-zitat-wegner-spd-und-grune-sollten-auf-abstand-zur-linken-gehen-15743325.html)
- [Wegner: SPD und Grüne sollten auf Abstand zur Linken gehen](https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/wegner-spd-und-gruene-sollten-auf-abstand-zur-linken-gehen-4665314)
- [AfD-Vergleich: Linken-Chef Pantisano entschuldigt sich bei CDU](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/linke-pantisano-faschismus-cdu-afd-entschuldigung-100.html)

