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title: "Nord-Stream: Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen Saboteur an"
description: "Fast drei Jahre nach den Explosionen an den Ostsee-Pipelines liegt die erste Anklage vor: Die Bundesanwaltschaft beschuldigt einen ehemaligen ukrainischen Offizier, an der Sprengung der Nord-Stream-Leitungen beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat im Auftrag staatlicher Stellen der Ukraine geplant wurde."
category: "Inland"
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author: "Michael Schäfer"
published: 2026-07-02T11:43:31.000Z
updated: 2026-07-02T11:43:31.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/nord-stream-bundesanwaltschaft-klagt-mutmasslichen-saboteur-an
tags: ["Nord Stream", "Bundesanwaltschaft", "Ukraine", "Sabotage", "Ostsee"]
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# Nord-Stream: Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen Saboteur an

Fast drei Jahre nach den Explosionen an den Ostsee-Pipelines liegt die erste Anklage vor: Die Bundesanwaltschaft beschuldigt einen ehemaligen ukrainischen Offizier, an der Sprengung der Nord-Stream-Leitungen beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat im Auftrag staatlicher Stellen der Ukraine geplant wurde.

Es ist die erste Anklage in einem der spektakulärsten Sabotagefälle der jüngeren Geschichte: Die Bundesanwaltschaft hat einen mutmaßlichen Beteiligten an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines angeklagt. Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen ehemaligen Offizier der ukrainischen Streitkräfte.

## Die Vorwürfe

Der Mann soll [an der Sabotage der Ostsee-Pipelines mitgewirkt haben](https://www.tagesspiegel.de/internationales/pipeline-anschlag-im-auftrag-der-ukraine-jetzt-werden-einzelheiten-der-nord-stream-anklage-bekannt-15787192.html). Die Anklage lautet unter anderem auf ein Kriegsverbrechen in Form eines Angriffs gegen zivile Objekte sowie auf das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken und die Störung öffentlicher Betriebe. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Oberlandesgericht Hamburg.

Festgenommen worden war der Beschuldigte im August 2025 in Italien, wo er sich im Urlaub aufhielt; anschließend wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Für ihn gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

## Der Verdacht gegen staatliche Stellen

Politisch brisant ist die Einschätzung der Ermittler zur Frage, wer hinter dem Anschlag steht. Die Bundesanwaltschaft geht nach den vorliegenden Erkenntnissen davon aus, dass die Pläne für die Sabotage im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Diese Bewertung ist die Überzeugung der Ermittlungsbehörde – bewiesen ist sie damit nicht, und ein Gericht hat darüber noch nicht befunden. Als mutmaßliches Motiv nennen die Ermittler das Ziel, die Gaslieferungen aus Russland dauerhaft zu unterbinden und Moskau damit Einnahmen zu entziehen. Die ukrainische Führung hat eine staatliche Verantwortung in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

## Der Tathergang

Nach Darstellung der Anklage fuhr eine Gruppe am 26. September 2022 mit einer gemieteten Segeljacht und militärischem Sprengstoff in die Ostsee hinaus, in die Nähe der dänischen Insel Bornholm. Dort sollen die Beteiligten Sprengsätze mit Zeitzündern an den auf dem Meeresboden verlegten Pipelines angebracht haben. Die Explosionen beschädigten die Leitungen Nord Stream 1 und 2 schwer und ließen große Mengen Gas in die Ostsee entweichen – Bilder der aufgewühlten Meeresoberfläche gingen damals um die Welt.

## Ein Fall mit vielen offenen Fragen

Mit der Anklage kommt Bewegung in ein Verfahren, das lange im Dunkeln lag. Geklärt ist damit aber längst nicht alles: Der Prozess muss erst eröffnet werden, und die Frage nach der genauen Rolle staatlicher Akteure dürfte die Gerichte – und die Diplomatie zwischen Berlin und Kyjiw – noch lange beschäftigen. Für die Beweisaufnahme wird entscheidend sein, was sich von den Vorwürfen vor Gericht belegen lässt.

## Quellen

- [Pipeline-Anschlag im Auftrag der Ukraine? Einzelheiten der Nord-Stream-Anklage](https://www.tagesspiegel.de/internationales/pipeline-anschlag-im-auftrag-der-ukraine-jetzt-werden-einzelheiten-der-nord-stream-anklage-bekannt-15787192.html)

