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title: "Plattform der Machtprojektion: Wie Rutte Trump vor dem NATO-Treffen besänftigt"
description: "NATO-Generalsekretär Mark Rutte umwirbt US-Präsident Donald Trump mit ungewöhnlich offener Schmeichelei – Europa sei eine „Plattform der Machtprojektion“ für die USA. Im Streit um Verteidigungsausgaben, den Iran-Krieg und den Verbleib amerikanischer Truppen versucht er, den verärgerten Präsidenten bei der Stange zu halten."
category: "Ausland"
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author: "Felix Brandt"
published: 2026-06-24T00:39:40.000Z
updated: 2026-06-24T00:39:40.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/plattform-der-machtprojektion-wie-rutte-trump-vor-dem-nato-treffen-besaenftigt
tags: ["NATO", "Mark Rutte", "Donald Trump", "Verteidigungsausgaben", "Transatlantische Beziehungen", "Burden Sharing"]
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# Plattform der Machtprojektion: Wie Rutte Trump vor dem NATO-Treffen besänftigt

NATO-Generalsekretär Mark Rutte umwirbt US-Präsident Donald Trump mit ungewöhnlich offener Schmeichelei – Europa sei eine „Plattform der Machtprojektion“ für die USA. Im Streit um Verteidigungsausgaben, den Iran-Krieg und den Verbleib amerikanischer Truppen versucht er, den verärgerten Präsidenten bei der Stange zu halten.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte steht unter Druck, das Bündnis zusammenzuhalten – und setzt dabei erkennbar auf eine Strategie: Donald Trump bei Laune zu halten. Der US-Präsident zeigt sich erneut verärgert über die Europäer, vor allem mit Blick auf den US-Krieg gegen den Iran, bei dem aus seiner Sicht zu viele Verbündete nicht genug halfen. Ruttes Antwort ist eine ungewöhnlich offene Schmeichelei.

## Die Formel von der „Plattform"

Mit Blick auf die US-Operationen gegen den Iran beschrieb Rutte Europa als Dienstleister amerikanischer Macht: Der Kontinent sei eine [„Plattform der Machtprojektion"](https://www.stripes.com/theaters/europe/2026-03-26/rutte-trump-iran-21187403.html) für die Vereinigten Staaten und in den vergangenen Wochen „voll im Einsatz" gewesen. Was die USA erreicht hätten, sei auch deshalb möglich gewesen, weil viele europäische Länder Stützpunkte, Logistik und Überflugrechte bereitgestellt hätten.

Diese Linie ist nicht neu. Schon beim NATO-Gipfel in Den Haag im Sommer 2025 schrieb Rutte dem US-Präsidenten den Erfolg einer Ausgabeneinigung zu und sorgte mit einer als anbiedernd kritisierten [Anrede](https://www.cnbc.com/2025/06/26/trump-and-ruttes-bromance-stole-the-spotlight-at-the-nato-summit.html) für Aufsehen. Eine private Nachricht an Trump, die der Präsident selbst veröffentlichte, schlug einen ähnlichen Ton an: Europa werde „in großem Stil zahlen", und es werde Trumps Sieg sein.

## Der Streit ums Geld

Im Hintergrund steht der in Den Haag vereinbarte neue Ausgabenpfad. Die Bündnispartner – mit Ausnahme Spaniens, das eine Sonderregelung erhielt – verpflichteten sich, ihre Verteidigungs- und sicherheitsbezogenen Ausgaben bis 2035 auf [fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts](https://www.atlanticcouncil.org/blogs/new-atlanticist/experts-react/nato-allies-agreed-to-a-5-percent-defense-spending-target-in-a-low-drama-summit-now-what/) anzuheben – 3,5 Prozent für die Kernverteidigung plus 1,5 Prozent für Infrastruktur und Resilienz. Trump beklagt dennoch weiter, die USA trügen zu viel.

## Reaktionen der Europäer

In Europa stößt Ruttes Kurs auf Kritik. Mehrere Regierungen monierten, sie seien vor den US-Angriffen auf den Iran nicht angemessen konsultiert worden, und warnten davor, in einen längeren Konflikt hineingezogen zu werden. Rutte selbst wurde vorgehalten, seine Rolle als Generalsekretär zu überdehnen, als er Trumps Iran-Politik öffentlich guthieß. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, ohnehin Gegner des Iran-Kriegs, gehört zu den schärfsten Kritikern.

## Kontext und Einordnung

Ruttes Strategie spiegelt das transatlantische Grunddilemma: Das Bündnis bleibt militärisch von den USA abhängig, während Washington offen mit Lastenteilung, Truppenabzug und Handelsdruck argumentiert. Zehntausende US-Soldaten sind in Europa stationiert; deren Zukunft hängt nach Aussagen aus dem Pentagon davon ab, wie schnell die Europäer mehr Verantwortung übernehmen. Indem Rutte Europa als „Plattform" für amerikanische Macht beschreibt, versucht er, Trumps Klagen über mangelnde Gegenleistung zu entkräften und zugleich die fortbestehende US-Bindung zu sichern. Der Preis ist eine rhetorische Unterordnung, die in europäischen Hauptstädten Unbehagen auslöst – und die Frage offenlässt, ob Beschwichtigung den Zusammenhalt des Bündnisses dauerhaft trägt.

## Quellen

- [NATO's Rutte defends support for Iran war amid criticism](https://www.stripes.com/theaters/europe/2026-03-26/rutte-trump-iran-21187403.html)
- [NATO allies agreed to a 5 percent defense spending target](https://www.atlanticcouncil.org/blogs/new-atlanticist/experts-react/nato-allies-agreed-to-a-5-percent-defense-spending-target-in-a-low-drama-summit-now-what/)
- [Trump and Rutte's bromance stole the spotlight at the NATO summit](https://www.cnbc.com/2025/06/26/trump-and-ruttes-bromance-stole-the-spotlight-at-the-nato-summit.html)

