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title: "Primordiale Schwarze Löcher: Ein Kandidat für die Dunkle Materie"
description: "Die Dunkle Materie macht einen großen Teil des Universums aus, doch niemand weiß, woraus sie besteht. Eine alte Idee erlebt eine Renaissance: Winzige Schwarze Löcher aus der Frühzeit des Kosmos könnten das Rätsel lösen. Belegt ist das nicht, aber die Suche wird konkreter."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Clara Hoffmann"
published: 2026-07-09T06:19:15.000Z
updated: 2026-07-09T06:19:15.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/primordiale-schwarze-loecher-ein-kandidat-fuer-die-dunkle-materie
tags: ["Dunkle Materie", "Schwarze Löcher", "Kosmologie", "Urknall", "Astrophysik"]
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# Primordiale Schwarze Löcher: Ein Kandidat für die Dunkle Materie

Die Dunkle Materie macht einen großen Teil des Universums aus, doch niemand weiß, woraus sie besteht. Eine alte Idee erlebt eine Renaissance: Winzige Schwarze Löcher aus der Frühzeit des Kosmos könnten das Rätsel lösen. Belegt ist das nicht, aber die Suche wird konkreter.

Es ist eines der größten offenen Rätsel der Physik: Ein Großteil der Materie im Universum ist unsichtbar. Astronominnen und Astronomen wissen, dass diese Dunkle Materie existieren muss, weil ihre Schwerkraft Galaxien zusammenhält und deren Bewegungen prägt. Doch woraus sie besteht, ist unbekannt. Eine alte Idee rückt nun wieder in den Blick, [wie Spektrum der Wissenschaft berichtet](https://www.spektrum.de/news/koennten-primordiale-schwarze-loecher-die-dunkle-materie-erklaeren/2327867).

## Schwarze Löcher aus der Frühzeit des Kosmos

Die meisten Schwarzen Löcher entstehen, wenn massereiche Sterne am Ende ihres Lebens in sich zusammenstürzen. Primordiale Schwarze Löcher wären anders: Sie sollen bereits in den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall entstanden sein, als das Universum extrem dicht und heiß war. In besonders dichten Regionen könnte Materie damals direkt zu Schwarzen Löchern kollabiert sein.

Diese Objekte hätten einen entscheidenden Vorteil als Erklärung für die Dunkle Materie: Sie wären unsichtbar, würden fast nur über ihre Schwerkraft wirken und könnten so die fehlende Masse liefern, die im Universum beobachtet wird. Die Idee ist nicht neu; sie wird seit den 1970er Jahren immer wieder diskutiert.

## Wie man nach ihnen sucht

Direkt sehen kann man solche Schwarzen Löcher nicht. Eine wichtige Methode ist der Mikrolinseneffekt: Zieht ein kompaktes, massereiches Objekt vor einem fernen Stern vorbei, wirkt seine Schwerkraft wie eine Lupe und lässt den Stern kurzzeitig heller erscheinen. Aus Häufigkeit und Dauer solcher Aufhellungen lässt sich abschätzen, wie viele unsichtbare Massen es geben könnte.

Ein zweiter Ansatz beruht auf einer Vorhersage von Stephen Hawking: Schwarze Löcher sind nicht völlig schwarz, sondern geben mit der Zeit Strahlung ab und verdampfen. Je kleiner ihre Masse, desto schneller geht das. Sehr leichte primordiale Schwarze Löcher wären deshalb längst verschwunden.

## Ein schmales Fenster bleibt

Aus diesen Überlegungen ergibt sich, dass viele Massenbereiche bereits ausgeschlossen sind. Zu leichte Objekte wären verdampft, zu schwere würden anderen Beobachtungen widersprechen. Übrig bleibt vor allem ein Fenster im Bereich sehr geringer Massen, etwa in der Größenordnung von Asteroiden. Nur dort könnten primordiale Schwarze Löcher heute noch in großer Zahl existieren und einen nennenswerten Teil der Dunklen Materie stellen.

Immer wieder werden einzelne Beobachtungen als mögliche Hinweise gedeutet, bleiben aber umstritten. Solche Einzelfälle taugen bislang nicht als Beweis, sondern zeigen vor allem, wie schwierig die Suche ist.

## Bald mehr Klarheit?

Ob primordiale Schwarze Löcher die Dunkle Materie erklären, ist damit weiter offen, es bleibt eine Hypothese unter mehreren. Die Aussicht auf Antworten aber wächst. Neue, extrem lichtstarke Teleskope und Durchmusterungen sollen in den kommenden Jahren Millionen von Sternen zugleich überwachen und dabei nach den verräterischen Aufhellungen des Mikrolinseneffekts fahnden.

Findet sich dabei die erwartete Häufung, wäre das ein starkes Indiz. Bleibt sie aus, rückt die Idee weiter in den Hintergrund. So oder so bringt die Suche die Wissenschaft einem der ältesten Rätsel des Kosmos näher, der Frage, was den größten Teil des Universums eigentlich zusammenhält.

## Quellen

- [Könnten primordiale Schwarze Löcher die Dunkle Materie erklären?](https://www.spektrum.de/news/koennten-primordiale-schwarze-loecher-die-dunkle-materie-erklaeren/2327867)

