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title: "Proxima Fusion: 411 Millionen Euro für Europas Fusions-Hoffnung"
description: "Das Münchner Start-up Proxima Fusion hat 411 Millionen Euro eingesammelt, die größte Fusionsfinanzierung Europas. Mit dem Geld will es einen Demonstrator nach dem Stellarator-Prinzip bauen. Die Kernfusion verspricht nahezu unerschöpfliche, klimafreundliche Energie, ist aber noch weit von der Marktreife entfernt."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Katrin Busch"
published: 2026-07-09T18:19:25.000Z
updated: 2026-07-09T18:19:25.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/proxima-fusion-411-millionen-euro-fuer-europas-fusions-hoffnung
tags: ["Kernfusion", "Proxima Fusion", "Stellarator", "Energie", "Forschung"]
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# Proxima Fusion: 411 Millionen Euro für Europas Fusions-Hoffnung

Das Münchner Start-up Proxima Fusion hat 411 Millionen Euro eingesammelt, die größte Fusionsfinanzierung Europas. Mit dem Geld will es einen Demonstrator nach dem Stellarator-Prinzip bauen. Die Kernfusion verspricht nahezu unerschöpfliche, klimafreundliche Energie, ist aber noch weit von der Marktreife entfernt.

Die Kernfusion gilt als Traum der Energieversorgung: viel Energie, kaum Abfall, kein CO2. Ein Münchner Start-up ist diesem Traum nun einen Schritt näher gekommen. Proxima Fusion hat in einer Finanzierungsrunde 411 Millionen Euro eingesammelt, [wie heise online berichtet](https://www.heise.de/news/Erfolgreiche-Finanzierung-Proxima-Fusion-schafft-Voraussetzung-fuer-Demonstrator-11360078.html). Es ist die bislang größte private Fusionsfinanzierung in Europa.

## Wer hinter Proxima steckt

Proxima Fusion wurde 2023 als Ausgründung aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik gegründet. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von den Wagniskapitalgebern XTX Ventures und East X Ventures. Beteiligt sind unter anderem auch Google, der Energiekonzern RWE, die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) und die KfW Capital. Bewertet wird das Unternehmen nun mit über 2,4 Milliarden Euro.

## Was ein Stellarator ist

Proxima setzt auf eine besondere Bauform des Fusionsreaktors: den Stellarator. Anders als beim bekannteren Tokamak, der das heiße Plasma in einem ringförmigen Feld hält, nutzt der Stellarator kunstvoll verdrehte Magnetspulen. Das macht die Konstruktion aufwendiger, verspricht aber einen stabileren Dauerbetrieb. Das wissenschaftliche Vorbild steht in Greifswald: die Forschungsanlage Wendelstein 7-X, an der das Max-Planck-Institut die Technik seit Jahren erprobt.

## Der Plan: ein Demonstrator namens Alpha

Mit dem frischen Kapital will Proxima einen Demonstrator mit dem Namen Alpha bauen. Er soll in räumlicher Nähe zum Max-Planck-Institut in Garching bei München entstehen und Anfang der 2030er Jahre fertig sein. Ziel ist der Nachweis, dass sich mit dem Stellarator-Konzept mehr Energie gewinnen lässt, als für den Betrieb hineingesteckt werden muss. Später soll ein erstes Pilotkraftwerk namens Stellaris folgen, als möglicher Standort ist das Gelände des stillgelegten Atomkraftwerks Gundremmingen im Gespräch.

## Wie die Fusion funktioniert

Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne, etwa von Wasserstoff, zu schwereren Kernen. Dabei wird gewaltige Energie frei, dieselbe, die auch die Sonne antreibt. Der Reiz: Der Brennstoff ist praktisch unbegrenzt vorhanden, und es entsteht kein langlebiger hochradioaktiver Abfall wie bei der Kernspaltung, auch kein CO2.

## Große Hürden bleiben

Bei aller Euphorie ist Nüchternheit angebracht. Bislang erzeugt kein Fusionskraftwerk der Welt wirtschaftlich nutzbaren Strom. Das Plasma muss auf viele Millionen Grad erhitzt und stabil eingeschlossen werden, was enorme technische Anforderungen stellt. Auch Proxima ist auf weitere Mittel angewiesen: Laut heise ist zusätzlich eine Förderung der Bundesregierung in Höhe von 1,2 Milliarden Euro nötig, die bislang aussteht. Der Weg zum kommerziellen Fusionsstrom bleibt lang, doch die Finanzierung zeigt, dass Investoren die europäische Fusionsforschung ernst nehmen.

## Quellen

- [Erfolgreiche Finanzierung: Proxima Fusion schafft Voraussetzung für Demonstrator](https://www.heise.de/news/Erfolgreiche-Finanzierung-Proxima-Fusion-schafft-Voraussetzung-fuer-Demonstrator-11360078.html)
- [Proxima Fusion raises 411 million euros](https://www.mpg.de/26861952/proxima-fusion-raises-411-million-euros)

