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title: "Reichensteuer: Linnemann hält die Tür einen Spalt offen"
description: "CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen nicht grundsätzlich ausschließen. Eine Bedingung nennt er klar: Mittelstand und Handwerk dürften nicht belastet werden – und jede Entlastung müsse gegenfinanziert sein."
category: "Inland"
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author: "Emma Fischer"
published: 2026-06-28T16:48:13.000Z
updated: 2026-06-28T16:48:13.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/reichensteuer-linnemann-haelt-die-tuer-einen-spalt-offen
tags: ["Steuern", "CDU", "Carsten Linnemann", "Reichensteuer", "Koalition", "Steuerpolitik"]
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# Reichensteuer: Linnemann hält die Tür einen Spalt offen

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen nicht grundsätzlich ausschließen. Eine Bedingung nennt er klar: Mittelstand und Handwerk dürften nicht belastet werden – und jede Entlastung müsse gegenfinanziert sein.

In der Debatte um die Steuerpläne der schwarz-roten Koalition kommt Bewegung aus einer Richtung, aus der man sie nicht unbedingt erwartet hätte: von der Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen nicht ausgeschlossen – allerdings mit klaren Bedingungen.

## Das Signal

Auf die Frage, ob er sich eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von derzeit 45 auf 47 Prozent vorstellen könne, antwortete Linnemann am Sonntag im [ARD-Interview](https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-06/68883775-cdu-generalsekretaer-schliesst-ausweitung-der-reichensteuer-nicht-aus-003.htm) zurückhaltend, aber offen: „Ich kann das nicht ausschließen." Für die CDU, die Steuererhöhungen traditionell skeptisch gegenübersteht, ist das ein bemerkenswerter Satz – und ein mögliches Entgegenkommen in den koalitionsinternen Verhandlungen.

## Die rote Linie

Zugleich machte Linnemann unmissverständlich klar, wo für ihn die Grenze verläuft. „Ich bin sehr hart in der Aussage, dass wir den Mittelstand und das Handwerk nicht belasten dürfen", sagte er. Sein Argument: Wer an der Steuerschraube dreht, dürfe nicht jene treffen, die das wirtschaftliche Rückgrat des Landes bildeten. Eine Entlastung der breiten Mitte hält er für nötig – aber nur, wenn sie solide finanziert ist. Sein Grundsatz: Was nicht gegenfinanziert sei, dürfe man nicht beschließen.

## Der Streit mit dem Koalitionspartner

Hinter Linnemanns vorsichtiger Öffnung steht ein handfester Konflikt. Während die Union Entlastungen vor allem über höhere Einkommensgrenzen erreichen will – der Spitzensteuersatz soll also erst bei deutlich höheren Einkommen greifen –, dringt die SPD auf höhere Sätze für Topverdienende, um damit kleine und mittlere Einkommen spürbar zu entlasten. Beide Seiten verfolgen damit dasselbe Ziel auf entgegengesetzten Wegen: mehr Netto für die Mitte, aber finanziert auf grundverschiedene Weise.

## Worum es im Kern geht

Die „Reichensteuer" ist dabei mehr Symbol als großer Hebel: Sie betrifft nur die höchsten Einkommen und trägt vergleichsweise wenig zum Gesamtaufkommen bei. Politisch aber ist sie hoch aufgeladen – als Frage der Gerechtigkeit ebenso wie der wirtschaftlichen Vernunft. Linnemanns Äußerung verschiebt die Linien ein Stück: Sie zeigt, dass die Union zu Kompromissen bereit sein könnte, ohne ihre Kernbotschaft – keine Mehrbelastung des Mittelstands – aufzugeben. Ob daraus ein tragfähiger Kompromiss wird, müssen die kommenden Verhandlungen zeigen.

## Quellen

- [CDU-Generalsekretär schließt Ausweitung der Reichensteuer nicht aus](https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-06/68883775-cdu-generalsekretaer-schliesst-ausweitung-der-reichensteuer-nicht-aus-003.htm)
- [Reichensteuer: Linnemann und der Streit um die Steuerreform](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/reichensteuer-cdu-carsten-linnemann-spd-steuerreform)

