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title: "Ruf nach dem Reaktor: Forderungen nach Reaktivierung deutscher Atomkraftwerke"
description: "Gut zwei Jahre nach dem Atomausstieg fordern Teile der Nuklearbranche und ehemalige Führungskräfte, stillgelegte Kernkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen. Die früheren Betreiber winken jedoch ab – und der Rückbau läuft längst."
category: "Inland"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/inland
author: "David Richter"
published: 2026-06-26T04:48:31.000Z
updated: 2026-06-26T04:48:31.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/ruf-nach-dem-reaktor-forderungen-nach-reaktivierung-deutscher-atomkraftwerke
tags: ["Kernkraft", "Atomausstieg", "Energiepolitik", "AKW", "Versorgungssicherheit"]
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# Ruf nach dem Reaktor: Forderungen nach Reaktivierung deutscher Atomkraftwerke

Gut zwei Jahre nach dem Atomausstieg fordern Teile der Nuklearbranche und ehemalige Führungskräfte, stillgelegte Kernkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen. Die früheren Betreiber winken jedoch ab – und der Rückbau läuft längst.

Mehr als zwei Jahre nach dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke flammt die Debatte über einen Wiedereinstieg erneut auf. Diesmal kommen die Rufe aus der Nuklearbranche selbst: Vertreter der Kerntechnik-Industrie und ehemalige Führungskräfte fordern, stillgelegte Meiler wieder ans Netz zu nehmen – als Beitrag zu Versorgungssicherheit, niedrigeren Strompreisen und Klimaschutz. Auch Unionspolitiker wie Markus Söder und Jens Spahn treiben das Thema voran.

## Die drei jüngsten Meiler im Fokus

Im Zentrum stehen die drei zuletzt abgeschalteten Anlagen: Isar 2 (Bayern, PreussenElektra), Emsland (Niedersachsen, RWE) und Neckarwestheim 2 (Baden-Württemberg, EnBW). Sie lieferten zusammen einige Prozent des deutschen Stroms. Befürworter verweisen darauf, dass diese modernen Reaktoren technisch grundsätzlich noch funktionsfähig wären.

## Die Betreiber sagen Nein

Doch ausgerechnet die früheren Betreiber erteilen den Plänen eine klare Absage. PreussenElektra erklärte zu Isar 2, die Vorbereitungen für den Rückbau liefen auf Hochtouren und das nötige Personal stehe nicht mehr zur Verfügung; eine Wiederinbetriebnahme sei „vom Tisch". EnBW bezeichnet die Stilllegung als praktisch irreversibel, RWE nennt einen Neustart von Emsland unrealistisch – wegen fehlender Genehmigungen, fehlenden Personals und offener Finanzierungsfragen ([Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energie-atomkraftwerksbetreiber-lehnen-wiederinbetriebnahme-alter-meiler-ab-01/100116658.html)).

## Der Rückbau läuft bereits

Auch faktisch ist die Rückkehr schwierig. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bestätigt, dass bei allen drei Anlagen der [Rückbau aktiv läuft](https://www.base.bund.de/shareddocs/kurzmeldungen/de/2025/rueckbau-akw.html). Teils wurden bereits Kühlkreisläufe getrennt oder dekontaminiert – schwer umkehrbare Schritte. Hinzu kommen erloschene Betriebsgenehmigungen, die ein komplett neues atomrechtliches Verfahren erfordern würden, sowie die monate- bis jahrelange Beschaffung von Brennelementen. Fachleute veranschlagen für einen etwaigen Neustart der jüngsten Meiler mehrere Jahre.

## Politische Blockade

Politisch ist ein Wiedereinstieg derzeit nicht in Sicht: Koalitionspartner SPD und Grüne lehnen die Kernkraft ab, ein entsprechender Vorstoß scheiterte bereits im Bundestag. Während Befürworter auf Kostenvorteile gegenüber Neubauten verweisen, betonen Kritiker die Risiken, die ungelöste Endlagerfrage und die hohen Kosten. Fest steht: Auch nach dem formellen Ausstieg bleibt die Atomkraft in Deutschland ein politischer Streitpunkt.

## Quellen

- [Atomkraftwerksbetreiber lehnen Wiederinbetriebnahme alter Meiler ab](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energie-atomkraftwerksbetreiber-lehnen-wiederinbetriebnahme-alter-meiler-ab-01/100116658.html)
- [Zwei Jahre nach Atomausstieg läuft der Rückbau](https://www.base.bund.de/shareddocs/kurzmeldungen/de/2025/rueckbau-akw.html)

