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title: "Satellit kartiert das wahre Ausmaß der GPS-Störungen von Frankreich bis Pakistan"
description: "Erstmals hat ein Forschungssatellit aus dem niedrigen Erdorbit gemessen, wie flächendeckend Navigationssignale gestört werden. Der Korridor reicht von Westeuropa bis an die Grenzen Pakistans – und betrifft längst nicht mehr nur Piloten und Schiffe."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Thomas Krüger"
published: 2026-06-22T11:21:00.000Z
updated: 2026-06-22T11:21:00.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/satellit-kartiert-das-wahre-ausmass-der-gps-stoerungen-von-frankreich-bis-pakist
tags: ["GPS", "GNSS", "Jamming", "Spoofing", "Satelliten", "Navigation"]
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# Satellit kartiert das wahre Ausmaß der GPS-Störungen von Frankreich bis Pakistan

Erstmals hat ein Forschungssatellit aus dem niedrigen Erdorbit gemessen, wie flächendeckend Navigationssignale gestört werden. Der Korridor reicht von Westeuropa bis an die Grenzen Pakistans – und betrifft längst nicht mehr nur Piloten und Schiffe.

Globale Satellitennavigation gilt als selbstverständlich – bis sie ausfällt. Ein experimenteller Satellit hat nun aus dem All erstmals systematisch erfasst, wie massiv die Signale der Navigationssysteme (GNSS, umgangssprachlich „GPS“) über weiten Teilen Eurasiens absichtlich gestört werden. Das Ergebnis übertrifft die bisherigen Schätzungen, die sich vor allem auf Meldungen von Piloten und Fluglotsen stützten, deutlich.

## Wer hat gemessen – und wie

Die Daten stammen vom Satelliten Pulsar-0 des US-Unternehmens [Xona Space Systems](https://www.xonaspace.com/pulsar), das eine eigene, kommerzielle Navigationskonstellation aufbaut. Pulsar-0 fliegt in rund 500 Kilometern Höhe im niedrigen Erdorbit und damit deutlich tiefer als die klassischen GPS-Satelliten in etwa 20.000 Kilometern. Aus dieser Position konnte der Satellit nicht nur navigieren, sondern auch beobachten, wo die empfangenen Signale gezielt unterdrückt oder verfälscht werden. In den am stärksten betroffenen Zonen maß Pulsar-0 eine Signalstärke von nur noch rund 10 Dezibel statt der üblichen rund 40 Dezibel ([Space.com](https://www.space.com/space-exploration/satellites/its-quite-a-bit-more-than-we-expected-satellite-reveals-immense-scale-of-gps-signal-tampering)).

## Wo gestört wird

Der Störkorridor zieht sich laut den Messungen von Frankreich im Westen bis an die Grenzen Pakistans im Osten. Besonders ausgeprägt sind die Effekte über Konfliktregionen: rund um das Schwarze und Kaspische Meer, in der russischen Exklave Kaliningrad sowie in Teilen des Nahen Ostens. Diese Schwerpunkte decken sich mit langjährigen Pilotenmeldungen entlang der russischen Westgrenze ([heise online](https://www.heise.de/news/Satellit-erfasst-starke-GPS-Stoerungen-vom-Frankreich-bis-Pakistan-11340183.html)).

## Jamming und Spoofing – der Unterschied

Fachlich werden zwei Angriffsarten unterschieden: Beim Jamming überlagert ein Störsender das schwache Satellitensignal mit Rauschen, sodass der Empfänger gar keine Position mehr berechnen kann. Beim Spoofing werden hingegen gefälschte Signale ausgesendet, die dem Empfänger eine falsche Position oder Uhrzeit vortäuschen – was technisch gefährlicher ist, weil das Gerät den Fehler oft nicht bemerkt.

## Folgen für Luftfahrt, Schifffahrt – und Satelliten

Betroffen sind vor allem Luft- und Schifffahrt, die auf zuverlässige Positions- und Zeitsignale angewiesen sind. Brisant ist ein bislang wenig beachteter Nebeneffekt: Auch Satelliten im niedrigen Erdorbit nutzen GPS zur Lage- und Bahnbestimmung. Fällt das Signal aus, können sie Höhe und Position schlechter halten und ihre Antennen ungenauer ausrichten.

## Wer steckt dahinter?

Eine eindeutige Zuschreibung ist heikel. Als Motive gelten die Abwehr von Drohnen sowie das Verschleiern von Schiffspositionen; im Nahen Osten nutzen mehrere Konfliktparteien dieselben Mittel. In den meisten Fällen handelt es sich um bodengestützte militärische Störsender – nicht um den Satelliten selbst. Einen ergänzenden, noch nicht begutachteten Befund liefert eine separate Studie unter Leitung von Todd Humphreys (University of Texas at Austin): Sie führt rund 75 kontinentweite Störereignisse zwischen 2019 und 2026 auf einen russischen Frühwarnsatelliten zurück, dessen Bahn mit den Vorfällen übereinstimme ([Gizmodo](https://gizmodo.com/russian-satellites-are-jamming-gps-signals-from-space-study-says-2000769972)). Diese Attribution steht noch unter dem Vorbehalt der Fachprüfung.

## Quellen

- [Satellit erfasst starke GPS-Störungen von Frankreich bis Pakistan](https://www.heise.de/news/Satellit-erfasst-starke-GPS-Stoerungen-vom-Frankreich-bis-Pakistan-11340183.html)
- [Satellite reveals immense scale of GPS signal tampering](https://www.space.com/space-exploration/satellites/its-quite-a-bit-more-than-we-expected-satellite-reveals-immense-scale-of-gps-signal-tampering)
- [Russian Satellites Are Jamming GPS Signals, Study Says](https://gizmodo.com/russian-satellites-are-jamming-gps-signals-from-space-study-says-2000769972)

