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title: "Schweden holt das Bargeld zurück: Vorsorge für die Krise"
description: "Ausgerechnet Schweden, das Land des kartenlosen Bezahlens, entdeckt das Bargeld wieder. Aus Sorge vor Cyberangriffen, Stromausfällen und Krieg rät die Zentralbank den Bürgern, Scheine und Münzen für den Notfall zu horten. Ein Umdenken mit Signalwirkung – auch für Deutschland."
category: "Ausland"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/ausland
author: "Lena Baumann"
published: 2026-07-01T01:50:01.000Z
updated: 2026-07-01T01:50:01.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/schweden-holt-das-bargeld-zurueck-vorsorge-fuer-die-krise
tags: ["Schweden", "Bargeld", "Krisenvorsorge", "Digitalisierung"]
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# Schweden holt das Bargeld zurück: Vorsorge für die Krise

Ausgerechnet Schweden, das Land des kartenlosen Bezahlens, entdeckt das Bargeld wieder. Aus Sorge vor Cyberangriffen, Stromausfällen und Krieg rät die Zentralbank den Bürgern, Scheine und Münzen für den Notfall zu horten. Ein Umdenken mit Signalwirkung – auch für Deutschland.

Kaum ein Land bezahlt so digital wie Schweden – in vielen Geschäften wurde Bargeld schon als lästiges Relikt behandelt. Doch nun rudert das Land zurück.

## Vom Vorreiter zum Warner

Schweden galt lange als Blaupause der bargeldlosen Gesellschaft: Karten und Handy-Apps ersetzten Scheine und Münzen fast vollständig. Diese Abhängigkeit vom Digitalen sieht die schwedische Zentralbank Riksbank inzwischen mit Sorge. Denn ein reines Digitalsystem ist [verwundbar](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/schweden-bargeld-rueckkehr-100.html): Ein Stromausfall, ein Cyberangriff oder eine Cyberattacke im Krisenfall kann den gesamten Zahlungsverkehr lahmlegen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich das sicherheitspolitische Klima verschärft – und die Frage der Krisenfestigkeit ist für das an Russland grenznahe Land keine graue Theorie mehr.

## Konkrete Empfehlungen

Die Riksbank rät den Bürgerinnen und Bürgern inzwischen, [zu Hause Bargeld für den Notfall bereitzuhalten](https://www.riksbank.se/en-gb/press-and-published/notices-and-press-releases/press-releases/2026/new-recommendations-for-public-payment-preparedness/) – genug, um über etwa eine Woche die nötigsten Einkäufe zu bestreiten. Empfohlen wird zudem, verschiedene Zahlungsmittel nebeneinander zu nutzen, etwa mehrere Karten und eben Bargeld, damit der Ausfall eines Systems nicht gleich alles blockiert. Auch der Handel wird stärker in die Pflicht genommen, Bargeld weiterhin anzunehmen. Das Thema ist Teil einer breiteren Debatte um Zivilschutz und Krisenvorsorge, die in Schweden seit einiger Zeit an Bedeutung gewinnt.

## Bargeld als Rückfallebene

Der Kern der schwedischen Kehrtwende ist nicht Nostalgie, sondern Widerstandsfähigkeit. Bargeld funktioniert ohne Strom, ohne Netz und ohne funktionierende Server – es ist die letzte verlässliche Rückfallebene, wenn die Technik streikt. Hinzu kommt ein sozialer Aspekt: Wer mit Apps und Karten nicht zurechtkommt, etwa manche ältere Menschen, darf im Zahlungsverkehr nicht abgehängt werden.

## Was das für Deutschland bedeutet

Für Deutschland klingt die Debatte vertraut, aber mit umgekehrtem Vorzeichen: Hier ist Bargeld weiterhin beliebt und gilt vielen als Stück persönlicher Freiheit und Datenschutz. Die schwedische Erfahrung liefert dafür ein zusätzliches Argument – jenseits von Gewohnheit geht es um Sicherheit. In ganz Europa wird derzeit intensiver über kritische Infrastruktur, die Abhängigkeit von großen Zahlungsdienstleistern und die Vorsorge für Krisen diskutiert. Schwedens Kurswechsel zeigt, dass auch der scheinbar unaufhaltsame Trend zum bargeldlosen Bezahlen Grenzen hat – dort nämlich, wo es um die Verlässlichkeit im Ernstfall geht.

## Quellen

- [Warum Schweden zurück zum Bargeld will](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/schweden-bargeld-rueckkehr-100.html)
- [New recommendations for public payment preparedness](https://www.riksbank.se/en-gb/press-and-published/notices-and-press-releases/press-releases/2026/new-recommendations-for-public-payment-preparedness/)

