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title: "VW-Aufsichtsrat Lies bringt China-Modelle aus deutschen Werken ins Gespräch"
description: "Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, qua Amt Mitglied im VW-Aufsichtsrat, schlägt vor, in China entwickelte Volkswagen-Modelle künftig auch in deutschen Werken zu bauen. Sein Ziel: die Auslastung der Standorte sichern, ohne Produktion zu verlagern."
category: "Wirtschaft"
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author: "Jonas Keller"
published: 2026-06-27T02:53:08.000Z
updated: 2026-06-27T02:53:08.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/vw-aufsichtsrat-lies-bringt-china-modelle-aus-deutschen-werken-ins-gespraech
tags: ["Volkswagen", "VW", "China", "Automobilindustrie", "Olaf Lies", "Niedersachsen", "Elektroauto"]
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# VW-Aufsichtsrat Lies bringt China-Modelle aus deutschen Werken ins Gespräch

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, qua Amt Mitglied im VW-Aufsichtsrat, schlägt vor, in China entwickelte Volkswagen-Modelle künftig auch in deutschen Werken zu bauen. Sein Ziel: die Auslastung der Standorte sichern, ohne Produktion zu verlagern.

Es ist ein Vorschlag, der noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre: In China entwickelte Volkswagen-Modelle sollen künftig womöglich auch in deutschen Werken vom Band laufen. Ins Gespräch gebracht hat ihn [Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies](https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konkurrenz-aus-fernost-lies-vw-konnte-china-modelle-in-deutschland-bauen-15766584.html) (SPD), der als Vertreter seines Landes im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt.

## „Zusätzliche Auslastung, keine Verlagerung"

Lies' Kernargument: Die deutschen VW-Werke sind derzeit nicht ausgelastet, während chinesische Hersteller verstärkt auf den europäischen Markt drängen. Produzierte Volkswagen einen Teil der in China entwickelten Fahrzeuge auch hierzulande, ließe sich die Auslastung stabilisieren und Beschäftigung sichern. Wichtig ist dem Ministerpräsidenten die Abgrenzung: „Wir reden also nicht darüber, Produktion aus Deutschland zu verlagern, sondern darüber, zusätzliche Produkte und zusätzliche Auslastung an unsere europäischen Standorte zu holen."

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und hat im Aufsichtsrat traditionell ein gewichtiges Wort mitzureden. Vorschläge aus dieser Richtung haben entsprechendes Gewicht in der Konzerndebatte.

## Ein Konzern mit tiefen China-Wurzeln

Die Idee fußt auf der besonderen Stellung Volkswagens in der Volksrepublik. Der Konzern ist dort seit 42 Jahren aktiv und produzierte zuletzt rund drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr – ein gewaltiger Erfahrungs- und Modellschatz, der bislang fast ausschließlich dem chinesischen Markt zugutekommt. Genau dieses Reservoir könnte, so der Gedanke, die Lücke in der Auslastung deutscher Standorte füllen.

## Hintergrund: Druck auf die deutschen Werke

Der Vorstoß fällt in eine angespannte Phase. Laut Berichten des [Manager Magazins](https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konkurrenz-aus-fernost-lies-vw-konnte-china-modelle-in-deutschland-bauen-15766584.html) könnten bei Volkswagen weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen; vier deutsche Werke gelten als von Schließung bedroht. Vor diesem Hintergrund ist die Suche nach zusätzlicher Auslastung mehr als ein industriepolitisches Gedankenspiel.

Ob der Konzern dem Vorschlag folgt, ist offen. Klar ist nur: Die Debatte darüber, wie die deutsche Autoindustrie auf die wachsende Konkurrenz aus Fernost reagiert, hat mit Lies' Idee eine neue, ungewöhnliche Wendung genommen – die Konkurrenz nicht zu bekämpfen, sondern ihre eigene Stärke im eigenen Haus zu nutzen.

## Quellen

- [Konkurrenz aus Fernost: Lies – VW könnte China-Modelle in Deutschland bauen](https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konkurrenz-aus-fernost-lies-vw-konnte-china-modelle-in-deutschland-bauen-15766584.html)

