---
title: "Warum die Antarktis viel frueher vereiste als die Arktis"
description: "Die Antarktis versank schon vor rund 34 Millionen Jahren unter Eis – die Arktis erst viele Millionen Jahre später. Eine neue Studie zeigt: Nicht das Klima allein erklärt den Unterschied, sondern auch die Geologie des Südkontinents."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Gabriele Vogel"
published: 2026-07-03T15:02:00.000Z
updated: 2026-07-03T15:02:00.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/warum-die-antarktis-viel-frueher-vereiste-als-die-arktis
tags: ["Antarktis", "Klimageschichte", "Geologie", "Eis", "Forschung"]
---
# Warum die Antarktis viel frueher vereiste als die Arktis

Die Antarktis versank schon vor rund 34 Millionen Jahren unter Eis – die Arktis erst viele Millionen Jahre später. Eine neue Studie zeigt: Nicht das Klima allein erklärt den Unterschied, sondern auch die Geologie des Südkontinents.

Beide Pole der Erde sind heute von Eis bedeckt – doch sie wurden es zu sehr unterschiedlichen Zeiten. Die Antarktis vereiste erdgeschichtlich früh, die Arktis erst sehr viel später. Warum, das galt lange als Rätsel. Eine aktuelle Studie liefert nun eine Erklärung, die über das Klima hinausgeht.

## Ein großer zeitlicher Abstand

Vor etwa 34 Millionen Jahren, an der Grenze zwischen den Erdzeitaltern Eozän und Oligozän, bildete sich auf der Antarktis eine dauerhafte Eisdecke – zu einer Zeit, als die Erde insgesamt noch deutlich wärmer war als heute. Die dauerhafte Vereisung der Nordhalbkugel setzte dagegen erst Millionen Jahre später ein. Dieser große Abstand ist bemerkenswert: Warum fror der Süden so viel früher zu als der Norden?

## Die Rolle der Geologie

Nach der im Fachmagazin Spektrum der Wissenschaft [vorgestellten Forschung](https://www.spektrum.de/news/geophysik-warum-die-antarktis-viel-frueher-als-der-nordpol-vereiste/2332687) liegt ein Schlüssel im Untergrund. Die Antarktis wurde im Lauf der Erdgeschichte von langsamen Bewegungen im Erdmantel angehoben und bildete ein ausgedehntes Hochplateau. Höhe aber bedeutet Kälte: Je höher ein Landstrich liegt, desto niedriger die Temperaturen. Die Antarktis bot damit ideale Voraussetzungen für Schnee und Eis. Die Arktis dagegen besteht vor allem aus dem Nordpolarmeer und flacher gelegenen Landmassen – die geologische „Bühne" für eine so frühe Vereisung fehlte dort.

## Eis, das sich selbst verstärkt

Ist erst einmal Eis da, kühlt es die Umgebung weiter ab. Helle Eis- und Schneeflächen werfen einen großen Teil des Sonnenlichts ins All zurück, während dunkler Boden oder offenes Wasser die Wärme aufnehmen. Diesen Rückkopplungseffekt nennen Fachleute Albedo: Mehr Eis führt zu mehr Kälte, was wiederum mehr Eis begünstigt. So verstärkte sich die einmal begonnene Vereisung der Antarktis von selbst.

## Meeresströmung und CO₂

Zwei weitere Faktoren spielten mit. Rund um die Antarktis bildete sich der Antarktische Zirkumpolarstrom, eine gewaltige Meeresströmung, die den Kontinent wie ein Ring umschließt und warmes Wasser aus dem Norden abhält – eine Art thermische Isolierung. Und der Gehalt des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre sank, was die Erde global abkühlte. Doch sinkendes CO₂ allein hätte die Antarktis nicht vereisen lassen – sonst hätte auch der Norden erfrieren müssen. Erst das Zusammenspiel aus Hochlage, Albedo-Effekt und Meeresströmung machte den Unterschied.

## Was das lehrt

Die Studie zeigt, wie eng Klima und die Gestalt der Erde verwoben sind: Nicht nur die Lufttemperatur entscheidet über Eiszeiten, sondern auch, wie hoch ein Kontinent liegt und wie die Ozeane ihn umspülen. Ein Blick weit zurück in die Erdgeschichte hilft so auch, die Empfindlichkeit des heutigen Klimasystems besser zu verstehen.

## Quellen

- [Geophysik: Warum die Antarktis viel früher als der Nordpol vereiste](https://www.spektrum.de/news/geophysik-warum-die-antarktis-viel-frueher-als-der-nordpol-vereiste/2332687)

