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title: "Zu warme See: Nord- und Ostsee heizen sich weiter auf"
description: "Die deutsche Junihitze machte am Ufer nicht halt: Auch das Wasser von Nord- und Ostsee erwärmte sich spürbar. Amtliche Monatsmittel stehen zwar noch aus – der langfristige Trend aber ist eindeutig. Die Randmeere sind seit Jahren zu warm, mit Folgen für Fische und Ökosysteme."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltturm.de/kategorie/wissenschaft
author: "Annika Schuster"
published: 2026-07-02T03:55:00.000Z
updated: 2026-07-02T03:55:00.000Z
canonical: https://weltturm.de/artikel/zu-warme-see-nord-und-ostsee-heizen-sich-weiter-auf
tags: ["Ostsee", "Nordsee", "Meerestemperatur", "Klimawandel", "BSH"]
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# Zu warme See: Nord- und Ostsee heizen sich weiter auf

Die deutsche Junihitze machte am Ufer nicht halt: Auch das Wasser von Nord- und Ostsee erwärmte sich spürbar. Amtliche Monatsmittel stehen zwar noch aus – der langfristige Trend aber ist eindeutig. Die Randmeere sind seit Jahren zu warm, mit Folgen für Fische und Ökosysteme.

Der Juni hat Deutschland eine außergewöhnliche Hitzewelle beschert – und die hat sich bis ins Meer gefressen. An den Küsten von Nord- und Ostsee stiegen die Wassertemperaturen deutlich, passend zu einem Trend, der die deutschen Randmeere seit Jahren prägt.

## Amtliche Monatswerte stehen noch aus

Eine Einordnung vorweg: Die endgültige Auswertung der Meerestemperaturen für den Juni durch das [Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie](https://www.bsh.de/DE/DATEN/Meeresumweltmessnetz/meeresumweltmessnetz_node.html) (BSH) lag Anfang Juli noch nicht vor. Ob der Monat an Nord- und Ostsee tatsächlich einen neuen Rekord markierte, lässt sich also erst mit den geprüften Zahlen sagen. Momentaufnahmen aus Seewetterberichten deuteten zum Monatsende aber auf für die Jahreszeit hohe Oberflächenwerte hin – ein Spiegel des warmen Wetters an Land.

## Ein Meer, das seit Jahren zu warm ist

Klar belegt ist der längerfristige Trend. Nach BSH-Daten lagen die Temperaturen von Nord- und Ostsee in den vergangenen Jahren wiederholt spürbar über dem langjährigen Mittel – im deutschen Küstenbereich zeitweise um ein bis zwei Grad. Noch deutlicher wird das Bild über Jahrzehnte: Nach Angaben des [Alfred-Wegener-Instituts](https://www.awi.de/) hat sich die Nordsee seit den 1960er-Jahren um rund anderthalb Grad erwärmt – und damit schneller als der globale Ozean im Durchschnitt. Eine einzelne Hitzewelle legt sich also auf ein ohnehin überwärmtes Meer.

## Folgen für Fische und Ökosysteme

Warmes Wasser verändert ganze Lebensgemeinschaften. Kaltwasserarten wie der Dorsch weichen tendenziell nach Norden aus, während wärmeliebende Arten nachrücken. Heikel ist zudem, wenn Laichzeiten und Nahrungsangebot aus dem Takt geraten: Schlüpfen Fischlarven, bevor genug Plankton vorhanden ist, geraten Bestände unter Druck. In der Ostsee begünstigt wärmeres, stärker geschichtetes Wasser außerdem Algenblüten, die im Extremfall Sauerstoffmangel und Badeeinschränkungen nach sich ziehen können.

## Warum das mehr ist als ein warmer Sommer

Für Urlauber mag ein wärmeres Meer zunächst angenehm klingen. Ökologisch aber ist die Erwärmung ein Warnsignal. Sie steht im Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung, die extreme Hitzewellen häufiger und intensiver macht – an Land wie auf See. Die deutschen Küstengewässer sind dafür ein empfindlicher Gradmesser. Wenn die amtlichen Juni-Zahlen vorliegen, dürften sie den Befund bestätigen, den die Langzeitdaten längst zeichnen: Nord- und Ostsee werden wärmer, und das schneller, als vielen bewusst ist.

## Quellen

- [Meeresumweltmessnetz und Temperaturauswertungen Nord- und Ostsee](https://www.bsh.de/DE/DATEN/Meeresumweltmessnetz/meeresumweltmessnetz_node.html)
- [Klimawandel und Erwärmung der Nordsee](https://www.awi.de/)

