In Deutschland wird der Ausbau von Batteriespeichern deutlich beschleunigt. Nach Daten des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), die auf dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur beruhen, gingen allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 rund 225.000 neue Speicher mit einer Gesamtleistung von etwa 3,4 Gigawatt ans Netz. Das entspricht einem Zuwachs von rund 70 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (Handelsblatt, Tagesspiegel).
Großspeicher überholen die Heimspeicher
Besonders dynamisch entwickelt sich das Segment der Großspeicher. Auf sie entfielen in den ersten fünf Monaten rund 1,47 Gigawatt der neu installierten Leistung – mehr als viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damit haben die industriellen Großanlagen erstmals die kleineren Heimspeicher überholt, die viele Haushalte in Kombination mit ihren Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach installieren (Tagesspiegel).
Der Trend zeichnete sich bereits zu Jahresbeginn ab: Schon im ersten Quartal 2026 meldete der BSW-Solar einen Rekordzubau. In den ersten drei Monaten wurden mehr als zwei Gigawattstunden neue Speicherkapazität in Betrieb genommen, ein Plus von rund 67 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Allein die Kapazität der Großbatteriespeicher mit mehr als einem Megawatt legte dabei kräftig zu (BSW-Solar, pv magazine).
Wachsender Speicherbestand
Insgesamt summiert sich der in Deutschland installierte Speicherbestand inzwischen auf rund 28 Gigawattstunden, verteilt auf etwa 2,5 Millionen einzelne Systeme. Für die Energiewende sind solche Speicher zentral: Sie nehmen überschüssigen Strom aus Sonne und Wind auf, wenn dieser im Übermaß produziert wird, und geben ihn wieder ab, wenn die Erzeugung sinkt. Damit lassen sich Schwankungen im Netz ausgleichen.
„Batteriespeicher können die Nachfrage nach teuren Gas-Backup-Kraftwerken deutlich verringern“, betont BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Speichertechnologie sei eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien (BSW-Solar).
Bürokratie bremst den Boom
Ob sich das hohe Tempo halten lässt, ist allerdings ungewiss. Als wesentliche Hürden nennt die Branche langwierige Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten, die Investitionen ausbremsen. Eine vom BSW-Solar zitierte Analyse warnt, dass unter ungünstigen Rahmenbedingungen bis 2029 nur ein Bruchteil der geplanten Großspeicher tatsächlich ans Netz gehen könnte – obwohl sich Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 58 Gigawatt in Planung befinden (Handelsblatt, Tagesspiegel).
Körnig fordert daher rasches politisches Handeln, um den Anschluss der geplanten Anlagen zu beschleunigen. Andernfalls drohe ein erheblicher Teil des Potenzials ungenutzt zu bleiben – mit Folgen für die Stabilität des Stromnetzes und die Kosten der Energiewende.



