Der Wechsel von drückender Hitze zu schweren Gewittern hat der Hauptstadtregion am Sonntag einen der blitzreichsten Tage der vergangenen Jahre beschert. Zum Ende der Junihitzewelle entluden sich über Berlin und Brandenburg kräftige Gewitter – mit einer Blitzbilanz, wie es sie hier seit fast zwei Jahren nicht mehr gegeben hatte.

Mehr als 1.600 Erdblitze gezählt

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes Blids registrierten die Messsensoren am Sonntag in Brandenburg 1.625 Erdblitze, in Berlin kamen 64 Erdblitze hinzu (Tagesspiegel). Erfasst werden dabei ausschließlich sogenannte Wolke-Erde-Blitze, also Entladungen, die tatsächlich den Boden erreichen. Flackert ein Blitz mehrfach, zählt der Dienst dies nur als eine Entladung – die wahre Zahl der sichtbaren Blitze dürfte also noch höher liegen.

Mehr Erdblitze an einem einzelnen Tag hatte es in der Region zuletzt am 10. Juli 2024 gegeben. Damit war der Sonntag der blitzreichste Tag seit fast zwei Jahren.

Hitze und Kaltfront als Auslöser

Der Grund für die heftige Gewitteraktivität war die labile Wetterlage am Übergang von der Hitzewelle zu kühlerer Luft. Am Wochenende waren in Berlin und Brandenburg Höchstwerte zwischen 31 und 34 Grad gemessen worden. Die Kombination aus großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit schuf eine energiereiche, instabile Atmosphäre, in der sich Gewitterzellen rasch aufbauten, als eine Kaltfront die Schwüle ausräumte. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region Unwetterwarnungen ausgegeben.

Überflutungen und zahlreiche Einsätze

Die Gewitter blieben nicht folgenlos. Bereits am Wochenende kam es in Berlin und Brandenburg zu Überschwemmungen, Verkehrsbehinderungen und zahlreichen Einsätzen der Rettungskräfte (Euronews). Die Berliner Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus – überwiegend wegen vollgelaufener Keller, verstopfter Abflüsse und umgestürzter Bäume. Die Lage entspannte sich erst, als die Gewitter ostwärts abzogen und kühlere Luft die drückende Hitze ablöste.

Die hohe Zahl der Erdblitze unterstreicht, wie intensiv sich die aufgestaute Energie der Hitzeperiode in der Atmosphäre entladen hat – ein typisches, wenn auch außergewöhnlich kräftiges Begleitphänomen am Ende einer Hitzewelle.