Sie gehört seit über zwei Jahrzehnten zum Inventar der erfolgreichsten deutschen Daily Soap: Anne Menden, die bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten" die Figur Emily verkörpert. Nach einer Pause ist sie nun zurück – und nutzt die Gelegenheit für eine klare Ansage.

Zurück am Set

Seit 2004 steht Menden für die RTL-Serie vor der Kamera. Zuletzt hatte sie wegen der Geburt ihres Kindes pausiert; nach mehreren Monaten kehrte sie ans Set in Potsdam zurück. Das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen habe sich angefühlt, als wäre sie nie weg gewesen, schilderte sie. Bei der Ankunft seien ihr vor Freude die Tränen gekommen.

Familie und Drehplan unter einen Hut

Wie sich Beruf und Familie vereinbaren lassen, organisiert die Schauspielerin pragmatisch – mit Unterstützung aus dem nahen Umfeld und einem familienfreundlichen Arbeitsumfeld am Set. Dass eine tägliche Serie feste, planbare Abläufe hat, hilft dabei. Menden macht keinen Hehl daraus, dass die Doppelrolle als Mutter und Hauptdarstellerin Logistik erfordert – aber machbar ist.

Eine Antwort auf die Kritik

Nicht alle reagierten wohlwollend: In sozialen Netzwerken fanden einige, die Pause sei zu kurz gewesen. Menden konterte mit einem Gedanken, der über ihren Einzelfall hinausweist. Wäre es umgekehrt gewesen und ihr Partner früh zur Arbeit zurückgekehrt, hätte daran wohl niemand Anstoß genommen. Damit benennt sie eine bekannte Schieflage: Bei Müttern wird die Rückkehr in den Beruf gern hinterfragt, bei Vätern gilt sie als selbstverständlich.

Mehr als eine Soap-Geschichte

Die Debatte zeigt, wie eine Unterhaltungsmeldung einen Nerv treffen kann. Mendens Rückkehr ist für die Serie ein erzählerischer Gewinn – und zugleich ein kleiner Beitrag zu einer größeren Diskussion über Vereinbarkeit. Dass eine prominente Schauspielerin selbstbewusst und ohne Rechtfertigungsdruck über ihren Weg spricht, dürfte vielen Berufstätigen vertraut vorkommen.