Die Marke CMF, der günstige Ableger des Smartphone-Herstellers Nothing, wird in diesem Jahr kein neues Budget-Handy auf den Markt bringen. Das bestätigte das Unternehmen, wie heise online und mehrere internationale Tech-Medien berichten. Ein bereits in Entwicklung befindlicher Nachfolger des aktuellen CMF Phone 2 Pro wurde demnach gestoppt.
Was CMF ist
CMF wurde 2023 als kostengünstigere Zweitmarke von Nothing ins Leben gerufen. Hinter Nothing steht Mitgründer und CEO Carl Pei, früher bei OnePlus aktiv. Zunächst brachte CMF In-Ear-Kopfhörer und eine Smartwatch heraus, bevor im Juli 2024 mit dem CMF Phone das erste eigene Smartphone folgte. Das bislang letzte Modell, das CMF Phone 2 Pro, erschien im Mai 2025 und kostet je nach Markt rund 250 bis 280 Euro (GSMArena). Damit positionierte sich CMF im preisbewussten Segment des Marktes.
Die Nachricht: Nachfolger gestrichen
Nur diese beiden Modelle – CMF Phone 1 und CMF Phone 2 Pro – existieren bislang. Ein dritter Vertreter kommt 2026 nun nicht. Nothing-Mitgründer Akis Evangelidis erklärte laut GadgetMatch, man habe an einem Nachfolger gearbeitet, die Produktion aber abgebrochen: „Bei den aktuellen Speicherpreisen können wir kein Telefon bauen, das sich wie ein echter Fortschritt anfühlt – zu einem Preis, der für CMF Sinn ergibt."
Die Begründung: explodierende RAM-Preise
Kern des Problems sind stark gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher (RAM) und Flash-Speicher. Carl Pei führte an, dass sich die Speicherkosten allein zwischen Planung und Marktstart eines früheren Modells verdoppelt hätten – und seitdem erneut. RAM sei inzwischen die teuerste Komponente in einem Smartphone. Ein Gerät mit den Spezifikationen des CMF Phone 2 Pro würde unter heutigen Bedingungen rund 50 Prozent mehr kosten. Hintergrund ist der KI-Boom: Rechenzentren ordern massiv Speicherchips, was die Preise für die gesamte Branche nach oben treibt.
Was CMF und Nothing stattdessen planen
Evangelidis betonte, die Smartphone-Saison bei Nothing sei „noch nicht vorbei". Mehrere neue CMF-Produkte seien weiterhin in Entwicklung, teils in neuen Produktkategorien – konkrete Angaben fehlen jedoch noch. Bei der Hauptmarke konzentriert sich das Unternehmen auf die günstigere Mittelklasse-Reihe rund um das Phone 4a.
Einordnung
Der Schritt zeigt, wie stark der Preisdruck am unteren Ende des Smartphone-Markts geworden ist. Gerade Budget-Hersteller mit knappen Margen geraten unter Druck, wenn eine einzelne Komponente – hier der Speicher – überproportional teurer wird. Dass ausgerechnet eine als Preis-Leistungs-Champion positionierte Marke vorerst pausiert, ist ein Warnsignal für die gesamte Einsteigerklasse.



