Die seit Tagen anhaltende Hitzewelle treibt bundesweit Menschen an Seen, Flüsse und in Freibäder. Mit den steigenden Temperaturen steigt jedoch auch die Zahl schwerer und tödlicher Badeunfälle. Am 23. Juni wurden zwei weitere Todesfälle bekannt.
Zwei Todesfälle an einem Tag
In Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) starb nach Angaben einer dpa-Meldung ein 14-Jähriger nach einem Badeunfall. Über den genauen Hergang lagen zunächst nur wenige gesicherte Angaben vor; die Polizei nahm Ermittlungen auf.
In Bayern wurde ein Mann leblos aus dem Wasser geborgen. Trotz Rettungsmaßnahmen starb er später im Krankenhaus. Auch hier waren die näheren Umstände zunächst Gegenstand der Ermittlungen. Aus Rücksicht auf die Angehörigen und mit Blick auf die laufenden Ermittlungen werden zu beiden Fällen keine weiteren Details und keine Namen genannt.
Der größere Zusammenhang
Die Häufung ist kein Zufall. Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Badetoten sprunghaft, sobald eine Hitzewelle viele Menschen ans und ins Wasser bringt. Ein Blick auf die Jahresstatistik zeigt das Ausmaß: 2025 ertranken in Deutschland nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mindestens 393 Menschen – 18 weniger als im Jahr zuvor. Der weitaus größte Teil der Todesfälle ereignete sich in unbewachten Binnengewässern wie Seen, Teichen, Bächen und Flüssen, wo niemand im Notfall eingreifen kann. Schwimmbäder mit Aufsicht spielen eine deutlich kleinere Rolle.
Als typische Faktoren nennen die Rettungsschwimmer Selbstüberschätzung, Erschöpfung, Alkohol und Gruppendynamik. Wer überhitzt und unvorbereitet in kaltes Wasser springt, riskiert zudem einen Kälteschock, der selbst geübte Schwimmer in lebensbedrohliche Lagen bringen kann.
Was die DLRG rät
Seen und Flüsse bergen Risiken, die von der Oberfläche aus kaum erkennbar sind: kalte Strömungen in der Tiefe, Strudel an Wehren und Schleusen sowie plötzliche Abbrüche im Untergrund. Die wichtigsten Baderegeln der DLRG:
- Nicht mit vollem oder ganz leerem Magen und nie unter Alkoholeinfluss schwimmen.
- Den Körper langsam abkühlen, bevor man ins Wasser geht – besonders bei großer Hitze.
- Als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser gehen.
- Kinder am und im Wasser immer beaufsichtigen.
- Bevorzugt an bewachten Badestellen schwimmen und Warnhinweise beachten.
- Die eigenen Kräfte realistisch einschätzen.
Wer eine Person in Not sieht, sollte umgehend den Notruf 112 wählen und – sofern gefahrlos möglich – Rettungsmittel wie Rettungsringe einsetzen, statt sich selbst in Lebensgefahr zu bringen.



