Für die Müllabfuhr zahlen deutsche Haushalte sehr unterschiedlich viel – je nachdem, in welcher Stadt sie wohnen. Das zeigt das aktuelle Müllgebührenranking, das das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland erstellt hat. Die Spanne für einen Musterhaushalt reicht von rund 163 bis 536 Euro im Jahr.
Wer hat gerechnet – und für welchen Haushalt?
Die Auswertung stammt vom IW beziehungsweise dessen Beratungstochter IW Consult und wurde Mitte Juni 2026 veröffentlicht. Verglichen wurden die 100 einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Zugrunde liegt ein vierköpfiger Musterhaushalt aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern.
Für diesen Haushalt rechnete das IW typische Abfallmengen durch: Restmüll von 60 Litern pro Monat, Biomüll von 20 Litern pro Monat, mindestens zwei Kubikmeter Sperrmüll im Jahr sowie Altpapier. Weil sich Tonnengrößen, Leerungsrhythmen und Servicemodelle je nach Stadt unterscheiden, ist ein direkter Vergleich nur über ein solches einheitliches Modell möglich.
Flensburg günstig, Dortmund teuer
Am günstigsten kommt der Musterhaushalt laut der Auswertung in Flensburg weg: Dort fallen rund 162,90 Euro im Jahr an. Am teuersten ist es demnach in Dortmund mit 535,80 Euro für vergleichbare Leistungen – also mehr als das Dreifache von Flensburg. Auch andere Städte im Ruhrgebiet und im Rheinland liegen am oberen Ende; je nach Auswertungsschnitt und Service-Variante verschieben sich die Ränge an der Spitze leicht.
Im Schnitt aller 100 Städte liegen die Gebühren bei rund 351 Euro – das ist nach Angaben des IW ein Anstieg um etwa 13 Prozent in vier Jahren (Haus & Grund).
Warum die Unterschiede so groß sind
Der wichtigste Grund ist die kommunale Hoheit: Müllgebühren legen Städte und Kreise selbst fest, weitgehend nach dem Prinzip der Kostendeckung. Wie teuer es wird, hängt deshalb stark von der örtlichen Entsorgungsstruktur ab.
Eine zentrale Rolle spielt die Frage, wie der Restmüll verwertet wird – etwa die Entfernung zur nächsten Müllverbrennungsanlage und die dortigen Kosten. Auch die Organisation der Abfuhr (eigener kommunaler Betrieb oder beauftragte Dienstleister), das Serviceniveau und das angebotene Trennsystem schlagen sich im Preis nieder. Einfluss hat zudem die getrennte Bioabfallsammlung.
Was Verbraucher tun können
Unmittelbar haben Mieter und Eigentümer wenig Einfluss auf die kommunalen Tarife – ein Umzug allein wegen der Müllgebühr lohnt selten. Sparen lässt sich aber über die Stellschrauben, die viele Satzungen vorsehen: kleinere Restmülltonnen, längere Leerungsintervalle oder konsequente Mülltrennung, die das teure Restmüllvolumen senkt. Wer wissen will, ob die eigene Stadt eher günstig oder teuer abrechnet, findet die Tonnengrößen, Leerungsrhythmen und Gebührensätze in der jeweiligen Abfallgebührensatzung.



