In der Rentendebatte legt ein junger Unionspolitiker nach: Pascal Reddig, Vorsitzender der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, fordert, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren – im Volksmund „Rente mit 63" – so schnell wie möglich abzuschaffen. Wie das Handelsblatt berichtet, hält Reddig lange Übergangsfristen für falsch.
Was die Rente mit 63 ist
Die Regelung wurde 2014 unter der damaligen großen Koalition auf Betreiben der SPD eingeführt. Sie erlaubt langjährig Versicherten den vorzeitigen, abschlagsfreien Renteneintritt. Durch die schrittweise Anhebung des Referenzalters ist sie inzwischen faktisch erst ab rund 64,5 Jahren möglich – der Begriff „Rente mit 63" ist also längst nur noch ein Etikett. Kritiker werfen ihr vor, erfahrene Kräfte zu früh aus dem Arbeitsmarkt zu ziehen und den Fachkräftemangel zu verschärfen.
Rückenwind von der Rentenkommission
Reddig, der selbst in der Rentendebatte engagiert ist, bekommt inhaltlich Unterstützung: Die staatliche Rentenkommission hat der Bundesregierung rund 33 Reformempfehlungen vorgelegt und darin die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente empfohlen (ZDFheute). Der Schritt soll unter Wahrung des Vertrauensschutzes erfolgen – betroffen wären voraussichtlich erst spätere Geburtsjahrgänge, da eine rückwirkende Streichung verfassungsrechtlich heikel wäre. Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wollen die Vorschläge zügig umsetzen.
Widerstand von Gewerkschaften
Bei DGB und Gewerkschaften stößt die Abschaffung auf klare Ablehnung. DGB-Chefin Yasmin Fahimi nennt das Aus für die abschlagsfreie Frührente ungerecht und lehnt auch ein höheres Renteneintrittsalter ab. Für die SPD, die die Rente mit 63 lange als sozialpolitischen Erfolg verteidigt hat, ist der Schritt heikel; Ministerin Bas räumte ein, er falle der Partei nicht leicht.
Ein Streit zwischen den Generationen
Reddigs Vorstoß ist auch ein Signal im Generationenkonflikt: Die Junge Gruppe der Union vertritt jene, die die Lasten des demografischen Wandels tragen. Ihr Argument: Wer die Rentenkasse langfristig stabilisieren will, dürfe nicht warten, bis alle geburtenstarken Jahrgänge abschlagsfrei in Rente gegangen sind. Wie schnell und in welcher Form die Abschaffung kommt, ist im Detail aber noch offen.



