Kerzen, Vasen, Kränze: Die Deko-Kette Depot ist in vielen Innenstädten und Einkaufszentren präsent. Nun dünnt das Unternehmen sein Filialnetz spürbar aus.

66 Filialen vor dem Aus

Wie Merkur und weitere Medien berichten, schließt Depot 66 Standorte; eine Liste der betroffenen Filialen wurde veröffentlicht. In den entsprechenden Geschäften läuft bereits ein Räumungsverkauf, mit dem die Bestände abverkauft werden. Für die betroffenen Beschäftigten und Kundinnen und Kunden ist die Lage damit konkret geworden.

Hintergrund: Sanierung in Eigenverwaltung

Hinter den Schließungen steht die wirtschaftliche Schieflage des Mutterunternehmens, der Gries Deco Company. Das Unternehmen durchläuft eine Sanierung in Eigenverwaltung – ein Verfahren, bei dem die Geschäftsführung unter gerichtlicher Aufsicht weiterarbeitet und versucht, das Unternehmen zu restrukturieren. Im Zuge dieser Neuaufstellung werden unrentable Standorte aufgegeben, während das Unternehmen sein verbleibendes Geschäft und den Onlinehandel stärken will. Genaue Angaben zur Zahl der betroffenen Arbeitsplätze lagen zunächst nicht abschließend vor.

Symptom einer Branchenkrise

Der Rückzug von Depot ist kein Einzelfall. Der stationäre Einzelhandel steht seit Jahren unter Druck: Online-Konkurrenz, verändertes Konsumverhalten, hohe Energie-, Personal- und Mietkosten setzen besonders Anbietern zu, die auf saisonale Impulskäufe angewiesen sind. Deko-Artikel zählen typischerweise zu solchen Spontankäufen, die in Krisenzeiten als Erstes gestrichen werden.

Für die Innenstädte bedeutet jede Filialschließung ein Stück weniger Frequenz – ein Effekt, der andere Händler vor Ort zusätzlich belastet. Ob Depot mit der Verkleinerung und dem Ausbau des Onlinegeschäfts die Wende schafft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.