RB Leipzig geht mit einem prominenten Namen in die kommende Saison: Der Klub hat den früheren Bayern-Verteidiger Martín Demichelis als neuen Cheftrainer präsentiert. Der Argentinier unterschrieb laut Vereinsangaben einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2028 und kommt vom spanischen Erstligisten RCD Mallorca.

Werner trotz Champions League gefeuert

Die Personalie ist die Folge einer überraschenden Trennung: RB Leipzig stellte Ole Werner am 17. Juni 2026 frei – obwohl der Coach die Sachsen in seiner einzigen Saison auf Platz drei der Bundesliga geführt und damit die Rückkehr in die Champions League geschafft hatte (Eurosport). Als Gründe nannte die Klubführung inhaltliche Differenzen und den Wunsch nach einem „veränderten Ansatz". Sportdirektor Marcel Schäfer sprach von nötiger „inhaltlicher Weiterentwicklung". Werner war erst im Sommer 2025 verpflichtet worden – er ist nicht zu verwechseln mit Marco Rose, den Leipzig bereits im März 2025 entlassen hatte.

Vom Bayern-Profi zum Welttrainer

Demichelis ist im deutschen Fußball kein Unbekannter. Als Spieler stand der Innenverteidiger von 2003 bis 2011 beim FC Bayern unter Vertrag und absolvierte rund 259 Pflichtspiele für den Rekordmeister (t-online). Später spielte der Argentinier unter anderem für den FC Málaga, Atlético Madrid und Manchester City.

Seine Trainerlaufbahn begann er im Nachwuchs des FC Bayern, ehe er Cheftrainer beim argentinischen Spitzenklub River Plate und beim mexikanischen Verein CF Monterrey wurde. Zuletzt betreute er den spanischen Klub RCD Mallorca. Für den Wechsel soll eine Ausstiegsklausel fällig geworden sein; die genaue Höhe ist offiziell nicht bestätigt.

Warum Leipzig auf Demichelis setzt

Mit der Verpflichtung will RB den internationalen Anspruch des Vereins unterstreichen. „Mit Martín Demichelis gewinnen wir einen Cheftrainer, der als Spieler und Trainer in Europa, Südamerika und Nordamerika auf höchstem Niveau Erfahrung gesammelt hat", erklärte Sportdirektor Schäfer (Bulinews). Demichelis verbinde „eine klare Spielphilosophie mit hoher Intensität". Die globale Perspektive des Argentiniers passe zur weltweiten Ausrichtung des Red-Bull-Konzerns.

Die Erwartungen sind hoch: Demichelis soll nicht nur die Champions-League-Teilnahme rechtfertigen, sondern Leipzig wieder dauerhaft in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren. Nach dem turbulenten Trainerkarussell der vergangenen beiden Jahre wünschen sich die Verantwortlichen vor allem eines: Kontinuität und eine erkennbare Handschrift auf dem Platz.