Ein Mädchen erklärt einer Maschine die Welt, und die Maschine spricht zur Sonne, als wäre sie eine Gottheit: Mit diesen stillen, fast zärtlichen Bildern endet der erste Trailer zu „Klara und die Sonne". Die Verfilmung von Kazuo Ishiguros gleichnamigem Roman bringt eine der drängendsten Fragen der Gegenwart auf die Leinwand – ob eine künstliche Intelligenz so etwas wie Liebe empfinden kann.

Worum es geht

Im Zentrum steht Klara, eine „künstliche Freundin": ein solarbetriebener Roboter, der gegen die Einsamkeit von Kindern und Jugendlichen entwickelt wurde. In einer nahen, leicht dystopischen Zukunft kauft eine Mutter (Amy Adams) das Gerät für ihre schwer kranke Tochter Josie. Erzählt wird die Geschichte konsequent aus Klaras Perspektive – einer Maschine, die die Welt mit großer Aufmerksamkeit beobachtet und dabei eine emotionale Innenwelt entwickelt, die weit über ihre Programmierung hinausreicht. Klaras kindlich-religiöse Verehrung der Sonne, der Quelle ihrer Energie, prägt auch den Ton des Trailers.

Besetzung und Regie

Die Titelrolle übernimmt Jenna Ortega, durch „Wednesday" und „Scream" einem Millionenpublikum bekannt. Neben Amy Adams als Mutter gehören Steve Buscemi und Natasha Lyonne zum Ensemble. Regie führt Taika Waititi, der mit „Jojo Rabbit" einen Oscar gewann – den Stoff bezeichnet er als seinen bislang dramatischsten Film, ein bemerkenswerter Schritt für einen vor allem für seinen Humor bekannten Filmemacher.

Kinostart

In den USA bringt Sony den Film am 23. Oktober 2026 in die Kinos; für Deutschland ist ein Start im Herbst 2026 angekündigt. Die Bestsellervorlage erschien 2021; Ishiguro fungiert beim Film als ausführender Produzent.

Warum das bedeutsam ist

Kazuo Ishiguro erhielt 2017 den Literaturnobelpreis. „Klara und die Sonne" ist bereits die dritte Verfilmung eines seiner Romane nach „Was vom Tage übrig blieb" (1993) und „Alles, was wir geben mussten" (2010) – beides Stoffe über Würde, Sterblichkeit und das Menschsein. Der neue Film verlagert diese Fragen ins Zeitalter der KI: Während reale Sprachmodelle und Begleit-Apps Millionen Menschen täglich umgeben, fragt er, was eine Maschine empfinden kann – und was Hingabe wert ist, wenn sie programmiert wurde. Dass ausgerechnet Waititi diesen melancholischen Stoff inszeniert und Ortega die Maschine spielt, macht aus der Literaturverfilmung eines der meisterwarteten Projekte des Kinoherbstes.