Im kanadischen Montreal sind am Sonntag bei einem Schusswaffeneinsatz mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei kamen drei Personen ums Leben, darunter ein Polizeibeamter, ein Zivilist und der mutmaßliche Täter. Ein weiterer Beamter wurde schwer verletzt; sein Leben sei nach Polizeiangaben nicht in Gefahr.

Was geschah

Der Einsatz begann nach Behördenangaben gegen 11.35 Uhr Ortszeit im Stadtteil Côte-des-Neiges. Eine Person hatte den Notruf gewählt und gemeldet, dass jemand eine Waffe aus einem Fenster richte (The Globe and Mail, CBC). Als die Beamten eintrafen, seien sie unter Beschuss geraten, berichtete ein Polizeisprecher. Es kam zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf der Verdächtige getötet wurde. Der mutmaßliche Täter war den Angaben zufolge mit einer Langwaffe bewaffnet. Unter welchen Umständen genau der getötete Zivilist ums Leben kam, war zunächst unklar; die unabhängige Untersuchungsbehörde Bureau des enquêtes indépendantes (BEI) soll dessen Tod im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz untersuchen.

Die Polizei sperrte weite Teile des Viertels ab und forderte Anwohnerinnen und Anwohner auf, in ihren Häusern zu bleiben.

Opfer und Tatverdächtiger

Nach übereinstimmenden Berichten kamen drei Menschen ums Leben: ein Polizist, ein Zivilist und der mutmaßliche Schütze. Ein zweiter Beamter wurde schwer verletzt. Der getötete Zivilist wurde in mehreren Medien als Mitglied der jüdischen Gemeinde identifiziert (CBC). Die Identität des Tatverdächtigen wurde zunächst nicht öffentlich bekannt gegeben. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf einen weiteren Verdächtigen.

Motiv unklar

Zum Motiv äußerten sich die Behörden vorsichtig. SPVM-Chef Fady Dagher sagte, es sei zu früh, um über die Beweggründe des Täters zu sprechen, und wies Spekulationen zurück, die Beamten seien gezielt angegriffen worden. Da sich der Vorfall in einem Viertel mit jüdischen Einrichtungen ereignete, kam die Frage nach einem antisemitischen Hintergrund auf. Eine offizielle Einstufung als Hassverbrechen lag zunächst nicht vor; das Motiv blieb amtlich unbestätigt. Dagher sprach von einem „sehr, sehr traurigen Tag". Die Ermittlungen dauern an.