Sie ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Deutschlands – und ein Sinnbild für stockende Großprojekte: Die Leverkusener Rheinbrücke auf der A1 sorgt erneut für politischen Streit.
Worum es geht
Im Mittelpunkt steht die Kündigung eines Bauvertrags. Mit der Erneuerung der Brücke war ursprünglich ein Bauunternehmen beauftragt worden. Doch an gelieferten Stahlteilen, die im Ausland gefertigt worden waren, traten gravierende Mängel auf. Daraufhin kündigte die zuständige Straßenbaubehörde den Vertrag – mit der Folge jahrelanger Verzögerungen und eines bis heute andauernden Rechtsstreits über Millionenbeträge.
Wüst vor dem Ausschuss
Mit dem Vorgang befasst sich ein Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Dorthin geladen war auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der zur Zeit der Kündigung Verkehrsminister des Landes war. Wüst verteidigte die Entscheidung: Wenn es um die Qualität und die Sicherheit der Brücke gehe, dürfe es keine Kompromisse geben. Ebenfalls befragt wurde der heutige Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne).
Die offenen Fragen
Der Ausschuss geht der Frage nach, wie es zu den Mängeln kommen konnte und ob die Verantwortlichen rechtzeitig und richtig reagiert haben. Kritiker fragen, warum die Probleme nicht früher auffielen und wer die immensen Mehrkosten und die verlorene Zeit zu verantworten hat. Für eine Brücke, über die täglich Zehntausende Fahrzeuge rollen, ist jede weitere Verzögerung ein Ärgernis.
Ein Lehrstück über Großprojekte
Die Leverkusener Rheinbrücke steht beispielhaft für die Schwierigkeiten beim Bauen in Deutschland: hohe Ansprüche, komplexe Vergaben, internationale Lieferketten und am Ende oft Streit vor Gericht. Während Behörden, Unternehmen und Politik um Verantwortung ringen, bleibt das eigentliche Ziel in der Ferne – ein dauerhaft sicheres Bauwerk, auf das sich die Verkehrsteilnehmer verlassen können.



