Im Mittelmeer macht ein ungebetener Gast den Fischern zu schaffen. Griechenland greift nun zu einem ungewöhnlichen Mittel, um ihn einzudämmen.

Eine Prämie für den Fang

Der Staat zahlt Berufsfischern eine Prämie von rund 5,33 Euro je Kilogramm für gefangene Hasenkopf-Kugelfische. Das Programm, finanziert auch mit europäischen Mitteln, konzentriert sich zunächst auf Kreta und die südliche Ägäis. Der Hintergrund: Der Fisch ist nicht nur lästig, sondern richtet echten Schaden an.

Warum der Fisch ein Problem ist

Der Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) ist gleich in mehrfacher Hinsicht unwillkommen. Er ist hochgiftig: In seinem Gewebe steckt das Nervengift Tetrodotoxin, das auch durch Kochen nicht zerstört wird – der Fisch ist also nicht essbar. Mit seinen kräftigen, schnabelartigen Zähnen zerbeißt er zudem Netze und Angelschnüre und macht den Fischern teils ganze Fänge zunichte. Weil er sich stark vermehrt, verdrängt er außerdem heimische Arten.

Ein Einwanderer über den Suezkanal

Ursprünglich stammt die Art aus dem Indischen und Pazifischen Ozean. Über den Suezkanal gelangte sie ins Mittelmeer – ein Weg, über den seit dessen Bau immer wieder neue Arten einwandern. Im Mittelmeer wurde der Kugelfisch vor gut zwei Jahrzehnten erstmals nachgewiesen, seither breitet er sich aus. Wärmeres Meerwasser kommt der Warmwasserart dabei entgegen. Als invasive Art trifft sie auf kaum natürliche Fressfeinde – ideale Bedingungen, um sich ungebremst zu vermehren.

Kleine Erfolge, großer Kampf

Dass Prämien helfen können, zeigen Nachbarländer: In der Türkei und auf Zypern laufen ähnliche Programme, bei denen bereits große Mengen aus dem Wasser geholt wurden. Eine endgültige Lösung ist das nicht – dafür ist der Kugelfisch zu zahlreich. Aber es ist der Versuch, den Schaden für die Fischerei zu begrenzen und ein aus dem Gleichgewicht geratenes Ökosystem ein Stück weit zu entlasten. Für Badegäste gilt der Fisch im Übrigen als wenig gefährlich, solange man ihn in Ruhe lässt.