Auf dem Rasen von Wimbledon, ihrem Lieblingsbelag, hat die deutsche Tennisszene einen guten Tag erwischt: Gleich zwei Profis zogen in die zweite Runde ein.

Maria souverän

Tatjana Maria, die Routinière aus Bad Saulgau, gab sich beim Auftakt keine Blöße. Mit 6:4, 6:4 setzte sie sich gegen Yulia Putintseva aus Kasachstan durch und steht erstmals seit ihrem überraschenden Halbfinaleinzug vor vier Jahren wieder in der zweiten Runde des Rasenklassikers. Maria, zweifache Mutter, gilt auf Rasen seit Jahren als unangenehme Gegnerin: Ihr variantenreiches Spiel mit vielen Slices passt perfekt zum tiefen, schnellen Untergrund. „Ich spiele sehr gerne Tennis, aber ich bin Mama an erster Stelle", wird sie zitiert – eine Haltung, die ihr offenkundig den Druck nimmt.

Struff über die volle Distanz

Deutlich mehr Mühe hatte Jan-Lennard Struff. Der Routinier rang den Argentinier Sebastián Báez erst nach fünf Sätzen nieder – nach knapp drei Stunden und einem zwischenzeitlichen Rückstand im Entscheidungssatz. Mit seinem druckvollen Aufschlag kämpfte er sich zurück und verwandelte die Partie in der Schlussphase. Es war die Art von zähem Erstrundensieg, die einem Spieler Selbstvertrauen für die folgenden Aufgaben geben kann.

Deutsche Hoffnungen

Mit Maria und Struff sind die deutschen Farben früh erfolgreich vertreten – und es ist noch nicht alles. Auch weitere deutsche Profis greifen in dieser Woche ins Turnier ein, unter ihnen Mitfavorit Alexander Zverev. Für Maria geht es in der nächsten Runde gegen eine jüngere US-Amerikanerin weiter. Auf dem Rasen, wo Aufschlag und Timing besonders zählen, ist gerade für erfahrene Spieler einiges möglich. Der Auftakt jedenfalls macht Lust auf mehr.