Lavendel duftet, summt vor Bienen – und blüht mit etwas Pflege gleich zweimal im Jahr. Der Schlüssel dazu ist ein Rückschnitt zur richtigen Zeit.
Der richtige Zeitpunkt
Sobald die erste Blüte im Hochsommer verblüht ist, ist der Moment für den Sommerschnitt gekommen – meist im Juli. Wer jetzt handelt, gibt der Pflanze Zeit, bis zum Spätsommer noch einmal auszutreiben. Wartet man zu lange, bleibt die zweite Blüte in der Regel aus.
So wird geschnitten
Die Faustregel: etwa ein Drittel zurückschneiden, höchstens die Hälfte. Wichtig ist, nur in den grünen, jungen Bereich zu schneiden und das alte, verholzte Holz zu verschonen. Aus dem braunen Holz treibt Lavendel kaum noch aus – wer zu tief schneidet, riskiert kahle Stellen, die nicht mehr zuwachsen. Mit einer sauberen, scharfen Schere kappt man die verblühten Stiele samt einigen Zentimetern Laub.
Häufige Fehler
Zwei Dinge sollte man sich merken. Erstens: nach dem Schnitt zwar gießen, aber nicht düngen – zu viel Stickstoff im Hochsommer fördert nur Blattwerk statt Blüten. Zweitens: kein Rückschnitt im Spätherbst. Ein später Schnitt regt frische, weiche Triebe an, die der erste Frost zerstört. Die Pflanze geht dann geschwächt in den Winter.
Zweimal schneiden, lange Freude
Am besten fährt man mit zwei Terminen im Jahr: einem kräftigeren Formschnitt im Frühjahr und dem leichten Rückschnitt nach der ersten Blüte im Sommer. So bleibt der Lavendel über Jahre buschig, kompakt und blühfreudig – statt von unten zu verkahlen und auseinanderzufallen. Ein paar Minuten mit der Schere genügen, und der Sommer bekommt eine zweite Portion Blau und Duft.

