Für den kanadischen Fußball ist es ein historischer Moment: Erstmals steht das Team aus dem Co-Gastgeberland im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Möglich machte das ein knapper, spät erkämpfter Sieg.
Ein Tor in der Nachspielzeit
Im Sechzehntelfinale – der ersten K.-o.-Runde der auf 48 Mannschaften erweiterten WM – setzte sich Kanada in Los Angeles mit 1:0 gegen Südafrika durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Stephen Eustáquio in der Nachspielzeit mit einem platzierten Schuss vom Strafraumrand. Es war der Moment, der ein ganzes Land jubeln ließ – und Kanada in eine Runde brachte, die es bei einer WM zuvor nie erreicht hatte.
Der lange Weg dorthin
Schon in der Vorrunde hatte Kanada überzeugt, musste sich am Ende aber der Schweiz geschlagen geben und zog als Gruppenzweiter in die K.-o.-Phase ein. Der zweite Platz kostete zwar einen Teil des Heimvorteils, doch im Sechzehntelfinale zahlte sich die Hartnäckigkeit des Teams von Trainer Jesse Marsch aus. Für eine Nation, die im Fußball lange als Außenseiter galt, ist der Sprung ins Achtelfinale eine kleine Zeitenwende.
Davies' Rückkehr
Eine zweite Geschichte schrieb der Star des Teams: Alphonso Davies, Kapitän Kanadas und Außenverteidiger des FC Bayern, gab gegen Südafrika sein Comeback bei diesem Turnier. Wegen einer Verletzung hatte er die Gruppenphase verpasst; nun kam er in der 75. Minute ins Spiel und brachte sofort Schwung über die linke Seite. Sein Auftritt war für die kanadischen Fans ein Symbol – einer der bekanntesten Spieler des Landes, rechtzeitig zurück für die entscheidenden Spiele.
Die Reise geht weiter
Mit dem Einzug ins Achtelfinale ist das Kapitel noch nicht abgeschlossen. Kanada will den Schwung des historischen Erfolgs mitnehmen – getragen von der Euphorie im eigenen Land und einem Davies, der nach überstandener Verletzung wieder eingreifen kann. Schon das Erreichte aber zeigt: Der Co-Gastgeber ist bei dieser WM mehr als nur Kulisse.



