Die Versorgung der Beamtinnen und Beamten im Ruhestand kostet den Staat viel Geld – und sie wird zum Thema einer großen Reformdebatte. Im Zentrum steht die Frage, ob das eigene Pensionssystem der Beamten noch in die Zeit passt.

Eine Milliardenlast

Für die Pensionen ehemaliger Beamter gab der Staat im Jahr 2024 rund 56,9 Milliarden Euro aus – also knapp 57 Milliarden. Mit einer alternden Gesellschaft und vielen anstehenden Pensionierungen dürfte dieser Posten weiter wachsen. Anders als gesetzlich Rentenversicherte zahlen Beamte nicht in die Rentenkasse ein; ihre Pensionen werden direkt aus Steuermitteln finanziert.

Was die Rentenkommission diskutiert

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission soll bis zum Sommer 2026 Vorschläge vorlegen, wie sich die Alterssicherung stabilisieren lässt. In ihrem Bericht bezeichnet sie eine „Erwerbstätigenversicherung", in die auch Beamte einzahlen, zwar als Idealbild – hält dieses aber „in absehbarer Zeit womöglich schwer zu erreichen". Statt eines kompletten Systemwechsels werden daher kleinere Stellschrauben erörtert. Dazu zählt der Vorschlag, künftig weniger Beschäftigte zu verbeamten und den Status stärker auf hoheitliche Aufgaben zu beschränken – was etwa viele Lehrkräfte betreffen könnte.

Bofingers Warnung

Der Ökonom Peter Bofinger, Mitglied der Kommission, warnt ausdrücklich vor einer vollständigen Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rente. Das wäre „eine massive Doppelbelastung für den öffentlichen Sektor": Der Staat müsste für neu eingestellte Beamte Rentenbeiträge zahlen und gleichzeitig die Pensionen der heutigen Ruheständler weiter finanzieren – über rund 40 Jahre hinweg. Bofinger plädiert stattdessen für eine gezielte Korrektur: Künftig sollten bei der Pensionshöhe die letzten fünf bis zehn Dienstjahre zählen, um zu verhindern, dass Beamte kurz vor dem Ruhestand „noch mal schnell befördert" werden, um eine höhere Pension zu sichern.

Streit mit offenem Ausgang

Befürworter einer Einbeziehung – darunter Stimmen aus der SPD – argumentieren, mehr Einzahler würden die Rentenkasse entlasten. Kritiker halten dagegen, der Effekt sei langfristig begrenzt, weil auch eingezahlte Beiträge später Leistungen auslösen. Sicher ist vor allem eines: Das Thema rührt an Fragen von Gerechtigkeit und Privilegien – und dürfte die Politik noch länger beschäftigen. Konkrete Gesetze gibt es bislang nicht; die Vorschläge sind Diskussionsgrundlage, nicht Beschluss.