Fünf Tage nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat die Region am Wochenende der Opfer gedacht. In Stade und im niedersächsischen Garbsen kamen Hunderte Menschen zusammen, um Anteil zu nehmen.
Stille in Stade
In Stade beteiligten sich am Nachmittag rund 350 Menschen an einem stillen Trauermarsch. Im Anschluss fand ein Konzert statt, dessen Erlöse den Betroffenen und Hinterbliebenen zugutekommen sollen. Die Stadt, in der sich die Tat ereignete, suchte damit einen gemeinsamen Weg, mit dem Schock umzugehen, wie der Tagesspiegel berichtet.
Interreligiöses Gedenken in Garbsen
In Garbsen luden die Stadt und die Region Hannover zu einer interreligiösen Gedenkfeier in die Aula eines Schulzentrums. Die Menschen zündeten Kerzen an und trugen sich in ein Kondolenzbuch ein. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sprach bei der Trauerfeier und wandte sich auch an die verunsicherten Beschäftigten der Sozialarbeit.
Was geschehen ist
Bei den Schüssen am 29. Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade wurden sechs Menschen getötet. Nach Angaben von ZDFheute waren nach Darstellung der Ermittler unter den Opfern Beschäftigte der Einrichtung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover, die zu einem Termin angereist waren. Mehrere Menschen wurden verletzt.
Tatverdächtig ist ein 45 Jahre alter Mann aus dem Raum Hannover, der über keine Waffenerlaubnis verfügte. Als mutmaßliches Motiv nannte die Polizei einen Sorgerechtsstreit um seine wenige Monate alte Tochter; das Kind und dessen Mutter blieben unverletzt. Der Verdächtige wurde kurz nach der Tat festgenommen, ebenso eine mutmaßliche Fahrerin. Die Herkunft der Tatwaffe ist bislang ungeklärt.
Ein Ort sucht Halt
Die Gedenkveranstaltungen machten deutlich, wie tief die Tat über Stade hinaus wirkt. Dass gerade eine Einrichtung getroffen wurde, die Familien in schwierigen Lagen helfen soll, hat viele erschüttert. Das gemeinsame Trauern war für die Region ein erster Schritt, mit dem Verlust umzugehen.



