Es ist eine Ansage, die selbst für die schnelllebige Popwelt ungewöhnlich konsequent klingt: Olivia Rodrigo, längst einer der größten Namen im internationalen Pop, stellt ihr eigenes Festival auf die Beine – und lässt dort ausschließlich Frauen und weibliche Acts auftreten. „Daisy Chain Fields", so der Name, soll am 29. August 2026 im Great Park im kalifornischen Irvine stattfinden, wie Variety und der Tagesspiegel berichten.
Ein Traum, der lange gewachsen ist
Rodrigo macht keinen Hehl daraus, wie viel ihr das Projekt bedeutet. „Ich hatte jahrelang den Traum, dieses Festival zu machen", schreibt sie in ihrer Ankündigung – und liefert die größere Erzählung gleich mit: Sie glaube fest daran, dass „Freude, Gemeinschaft und Musik die Treiber für bedeutsamen Wandel" sein könnten. Das ist mehr als Marketing. Es ist die Bauanleitung für ein Festival, das sich bewusst als Gegenentwurf zu einer noch immer männlich dominierten Branche versteht.
Man darf das im historischen Zusammenhang lesen: Schon Ende der 1990er-Jahre zog die von Sarah McLachlan gegründete „Lilith Fair" mit reinen Frauen-Line-ups durch Nordamerika. Dass McLachlan nun bei Rodrigo als Gast geführt wird, ist auch eine Verbeugung vor einer Vorgängerin.
Vom Riot-Grrrl-Urgestein bis zur Pop-Gegenwart
Das Line-up liest sich wie ein generationenübergreifendes Who's who weiblicher Musikgeschichte. Bestätigt sind unter anderem Chappell Roan, Doechii, Mitski, die K-Pop-Gruppe Katseye, die Riot-Grrrl-Pionierinnen Bikini Kill, Garbage, die Breeders sowie Rachel Chinouriri. Als besondere Gäste werden Rock-Ikone Stevie Nicks, Karen O von den Yeah Yeah Yeahs und Sarah McLachlan genannt, wie Billboard und Rolling Stone auflisten.
Die Mischung ist kein Zufall: Hier treffen Punk-Wut, R&B, Indie und Stadion-Pop aufeinander – und überspannen mehrere Jahrzehnte. Rodrigo nutzt ihr Gewicht, um Kolleginnen verschiedener Generationen eine gemeinsame Bühne zu geben.
Der Erlös fließt – vollständig
Der politische Kern steckt im Kleingedruckten, das hier alles andere als klein ist: Laut Rodrigos Ankündigung sollen 100 Prozent der Netto-Einnahmen an Organisationen gehen, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen. Genannt werden zehn Partner, darunter Baby2Baby, das Center for Reproductive Rights, FreeFrom, die National Women's Law Center und Planned Parenthood.
Gerade diese Auswahl – mit Schwerpunkten auf reproduktiven Rechten und Schutz vor Gewalt – verleiht dem Festival in der aktuellen US-Debatte eine klare Haltung. „Daisy Chain Fields" ist damit nicht nur ein Konzertwochenende, sondern eine Spendenaktion mit Ansage. Die Tickets sollen ab dem 24. Juni in den Verkauf gehen.



