Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 bleibt die AfD nach einer Umfrage stärkste Kraft. In der Sonntagsfrage des NDR-LänderTRENDs erreicht die Partei 36 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 27 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien beträgt damit neun Prozentpunkte.

Wer die Umfrage erhoben hat

Die Erhebung stammt vom Institut Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Befragt wurden nach Angaben des Instituts 1.153 Wahlberechtigte. Über die Werte berichtete unter anderem t-online.

Die Werte im Überblick

Nach der AfD (36 Prozent) und der SPD (27 Prozent) folgen die Linke mit 13 Prozent und die CDU mit 10 Prozent. Das BSW erreicht 5 Prozent, die Grünen kommen auf 4 Prozent. Auf die FDP und sonstige Parteien entfallen zusammen 5 Prozent. Gegenüber der vorherigen Erhebung vom Januar 2026 legt die SPD um zwei Punkte zu, die AfD gewinnt einen Punkt hinzu. Die CDU verliert drei Punkte und fällt hinter die Linke zurück. Die Aussage, dass die SPD aufholt, bezieht sich somit auf den Vergleich mit der Januar-Umfrage desselben Instituts.

Einordnung und Kontext

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 hatte die SPD 39,6 Prozent erreicht, die AfD 16,7 Prozent. Die aktuellen Werte würden für die AfD also mehr als eine Verdoppelung ihres damaligen Ergebnisses bedeuten, während die SPD deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 2021 läge. Mecklenburg-Vorpommern wird seit 1998 von der SPD geführt; aktuell regiert eine Koalition unter Schwesig. Trotz ihres Vorsprungs in den Umfragen hat die AfD bislang keine Aussicht auf Regierungsbeteiligung, da die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen.

Aussagekraft von Umfragen

Umfragen sind Momentaufnahmen der politischen Stimmung und keine Prognose des Wahlergebnisses. Sie sind mit methodischen Unsicherheiten behaftet; je nach Parteigröße liegt die statistische Fehlertoleranz üblicherweise bei etwa zwei bis drei Prozentpunkten. Insbesondere Werte nahe der Fünf-Prozent-Hürde – hier etwa bei BSW, Grünen und FDP – sind mit Vorsicht zu interpretieren. Bis zur Wahl am 20. September 2026 können sich die Verhältnisse noch verschieben.