Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist die Debatte um den deutschen Nationalspieler Felix Nmecha erneut aufgeflammt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich dabei hinter den Mittelfeldspieler gestellt und Zweifel an dessen vermeintlicher Homophobie geäußert. Anlass sind ältere Social-Media-Inhalte sowie Nmechas öffentlich gelebter christlicher Glaube, der bei den WM-Spielen für Aufmerksamkeit sorgt.
Worauf sich der Vorwurf bezieht
Die Kritik an Nmecha reicht ins Jahr 2023 zurück. Damals teilte und likte der Spieler auf Instagram Inhalte, die als queerfeindlich gewertet werden können; unter anderem verbreitete er Material des US-amerikanischen rechten Aktivisten Matt Walsh (watson). Die Inhalte sorgten seinerzeit beim Wechsel zu Borussia Dortmund für Diskussionen; Teile der Anhängerschaft sprachen sich gegen die Verpflichtung aus (Tagesspiegel).
Was Neuendorf gesagt hat
Bei der WM 2026 wurde Neuendorf auf die Vorwürfe angesprochen. Nmecha habe die Sache klargestellt, sich klar positioniert und sich von den Vorwürfen distanziert, sagte der Verbandspräsident sinngemäß. Auf die Frage, ob er Nmecha die Distanzierung aus echter Überzeugung abnehme, antwortete Neuendorf: „Ja, das würde ich schon so sagen. So wie ich ihn kenne oder erlebe, das sehe ich so“ (Tagesspiegel). Er beschrieb Nmecha als sensiblen Menschen, dem es um christliche Werte wie Menschlichkeit und Respekt gehe; in einer weitgehend säkularen Gesellschaft wirke ein so offen gelebter Glaube auf manche ungewöhnlich.
Wie sich Nmecha selbst äußert
Nmecha hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. In einem Interview mit Sky sagte er: „Ich glaube, dass ich nicht homophob oder transphob bin, nicht einmal annähernd“ (watson). Von Matt Walsh distanzierte er sich ausdrücklich: Er sei mit der Mehrheit von dessen Aussagen nicht einverstanden. Seine Haltung begründet Nmecha mit seinem christlichen Glauben und einem abweichenden Verständnis des Begriffs „Pride“.
Glaube als Reizthema bei der WM
Neue Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch Nmechas religiöse Gesten bei den WM-Spielen, etwa Gebete auf dem Platz (ZDFheute). Sportlich gehört der Mittelfeldspieler zu den Hoffnungsträgern der deutschen Auswahl. Damit steht der DFB vor der heiklen Aufgabe, einerseits klar gegen Diskriminierung Position zu beziehen und andererseits einen Spieler zu schützen, der die Vorwürfe von sich weist – ein Spannungsfeld, das den Verband über das Turnier hinaus beschäftigen dürfte.



