„Diese von der NASA entwickelte Klimaanlage kühlt dein Zimmer in 90 Sekunden", „90 Prozent weniger Stromverbrauch", „von 34 auf 17 Grad in unter zwei Minuten": Mit solchen Versprechen werben Geräte wie Epicooler, AiraBreeze oder BreezaMax in sozialen Netzwerken und gesponserten Anzeigen. Eine Recherche von heise online zeigt: Die Versprechen sind physikalisch unmöglich – das Geschäft dahinter ist trotzdem glänzend.

Zehnfacher Preis für einen Ventilator

Im Karton steckt meist ein simpler Verdunstungskühler oder schlicht ein kleiner Ventilator. Die Preisspanne ist atemberaubend: Laut heise kostet ein solches Gerät im Großhandel auf Plattformen wie Alibaba nur wenige Euro – AiraBreeze etwa rund fünf Euro, BreezaMax acht, Epicooler zwölf. Im Direktvertrieb werden daraus 70, 87 oder gar 137,99 Euro, also das Zehn- bis Vierzehnfache.

Das Geschäft lohnt sich: Der Anbieter Commerce Core aus Vilnius setzte 2025 nach heise-Angaben über 120 Millionen Euro um. Affiliate-Partner, die per Link verkaufen, erhalten bis zu 90 US-Dollar pro Bestellung – teils zwei Drittel des Kaufpreises. Das erklärt die Flut begeisterter „Tests" und Erfahrungsberichte im Netz: Sie sind häufig schlicht bezahlte Werbung.

Warum ohne Abluftschlauch keine Kühlung möglich ist

Der entscheidende Punkt ist die Physik. Eine echte Klimaanlage arbeitet wie ein Kühlschrank: Sie entzieht der Raumluft Wärme und transportiert diese nach außen – dafür braucht sie zwingend einen Weg ins Freie, einen Abluftschlauch oder eine Außeneinheit. Fehlt dieser, kann die Wärme den Raum gar nicht verlassen.

Ein Verdunstungskühler kann das nicht leisten. Er lässt Wasser verdunsten; die dafür nötige Energie entzieht er der durchströmenden Luft, die direkt vor dem Gerät tatsächlich ein paar Grad kühler ankommt. Die Raumtemperatur sinkt dadurch aber nicht – im Gegenteil: Die Luftfeuchtigkeit steigt, was die Hitze an schwülen Tagen noch unangenehmer macht. Die Bezeichnung „Mini-Klimaanlage ohne Abluftschlauch" ist deshalb kein Produktmerkmal, sondern ein Warnsignal. (Pikanterweise entpuppte sich eines der untersuchten Geräte laut heise sogar als reiner Heizlüfter.)

Woran man seriöse Geräte erkennt

Wer wirklich kühlen will, braucht ein Gerät mit Kompressor und Kältemittel – erkennbar an einem Abluftschlauch oder einer Außeneinheit und an einer Angabe der Kälteleistung (in Watt oder BTU) samt EU-Energielabel. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass fest installierte Splitgeräte deutlich effizienter arbeiten als mobile Monoblock-Anlagen.

Und wer ohnehin nur etwas Luftbewegung möchte: Ein guter Ventilator aus dem Fachhandel ist ehrlicher beschrieben, günstiger – und verspricht nichts, was die Physik nicht hält.