Beim französischen Spielestudio Quantic Dream gärt es: Am 25. Juni 2026 errichteten Beschäftigte vor dem Pariser Firmensitz einen Streikposten. Aufgerufen hatte die Spielegewerkschaft STJV. Ihr Vorwurf: Das Management plant einen Stellenabbau, der 115 Arbeitsplätze und damit etwa ein Viertel der Belegschaft bedroht.
Ein gescheitertes Spiel als Auslöser
Hintergrund ist das Aus für das Free-to-Play-Spiel Spellcasters Chronicles. Der Online-Titel erschien nach langer Entwicklung im Februar 2026 im Early Access, fand aber kaum Spielerinnen und Spieler. Im Mai stellte das Studio die Entwicklung ein. In der Folge kündigte das Management den Stellenabbau an – im Mai war zunächst von rund 95 betroffenen Stellen die Rede, inzwischen sind es 115.
Vorwurf: rechtswidriger Sozialplan
Die Gewerkschaft hält den geplanten Abbau für rechtswidrig. Ihr zentraler Kritikpunkt: Der Sozialplan ziele gezielt auf ein einzelnes Projektteam – nämlich die Beschäftigten des gescheiterten Spellcasters-Projekts – statt Berufsgruppen übergreifend zu betrachten. Ein solches Vorgehen sei nach französischem Arbeitsrecht unzulässig. Die STJV fordert ein faireres Verfahren und die Möglichkeit freiwilliger Abgänge statt erzwungener Kündigungen.
Star Wars Eclipse in der Schwebe
Quantic Dream ist für erzählerische Spiele wie Detroit: Become Human und Heavy Rain bekannt. Seit 2022 gehört das Studio vollständig dem chinesischen Konzern NetEase. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das ambitionierte Großprojekt Star Wars Eclipse, das 2021 mit großem Trailer angekündigt wurde und seitdem in Entwicklung ist. Nach Angaben aus der Belegschaft ist das Studio chronisch unterbesetzt – gerade die nun bedrohten Kolleginnen und Kollegen würden für das Projekt dringend gebraucht. Ob und wie der Stellenabbau kommt, ist offen; klar ist nur, dass er auch über die Zukunft eines der derzeit größten Spieleprojekte mitentscheiden könnte.



