Beim Mobilfunkanbieter O2 Telefónica steht ein spürbarer Stellenabbau bevor. Das Unternehmen will in Deutschland mehr als 1.000 Arbeitsplätze streichen, wie der Tagesspiegel berichtet. Gemessen an rund 6.820 Stellen, die der Konzern im Januar in Deutschland zählte, ist das etwa jede sechste bis siebte Position.
Der Auslöser: der Abschied von 1&1
Hinter dem Abbau steht vor allem ein Geschäftseinbruch. Der Anbieter 1&1, lange ein wichtiger Großkunde, wechselte 2024 zum Konkurrenten Vodafone. In der Folge wanderten rund zwölf Millionen Handykunden aus dem O2-Netz ab, wie das Handelsblatt schildert. Das drückte auf die Geschäftszahlen: Der Umsatz sank um 3,8 Prozent, das operative Ergebnis (Ebitda) fiel um 8,8 Prozent.
„Umfassende Transformation"
Das Unternehmen selbst spricht von einer „umfassenden Transformation", mit der es seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern wolle. Konkret heißt das: schlankere Strukturen und weniger Personal. Zunächst setzt O2 Telefónica dabei auf freiwillige Lösungen. In ersten Konzernbereichen wurden bereits Vereinbarungen geschlossen, damit Beschäftigte freiwillig gehen und dafür eine Abfindung erhalten.
Ob es darüber hinaus auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, ließ das Unternehmen offen. Über die konkreten Maßnahmen berät es nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen.
Eine Branche unter Druck
Der Fall steht nicht für sich allein. Die Telekommunikationsbranche in Deutschland und Europa ringt seit Jahren mit hohem Investitionsbedarf für den Netzausbau, scharfem Preiswettbewerb und sinkenden Margen. Für O2 Telefónica kommt der Verlust eines einzelnen, aber sehr großen Kunden erschwerend hinzu, weil dessen Kundenvolumen die Auslastung des Netzes und damit die Einnahmen spürbar mitbestimmt hat.
Was das für die Beschäftigten heißt
Für die Betroffenen wird entscheidend sein, wie großzügig die Abfindungsangebote ausfallen und ob der Abbau tatsächlich weitgehend ohne Kündigungen gelingt. Klar ist: Nach dem Wegfall des Großkunden muss der Anbieter seine Kosten an die kleinere Basis anpassen. Der Stellenabbau ist der sichtbarste Teil dieses Umbaus, schmerzhaft für die Beschäftigten, aus Sicht des Managements aber unumgänglich.



