Volle Rastplätze, stockender Verkehr, kilometerlange Blechlawinen: Der Sommer bringt in Deutschland alljährlich dasselbe Bild. Weil die Länder ihre Ferien gestaffelt beginnen, verteilt sich die Reisewelle über Wochen – doch jetzt, Anfang Juli, schwillt der Andrang spürbar an.
Wer jetzt in die Ferien startet
Den Anfang machten Niedersachsen und Bremen, die am 2. Juli in die Sommerferien starteten. Kurz darauf folgen weitere Länder im Norden und Osten – darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen, wenig später Berlin, Brandenburg und Hamburg. Weil damit binnen weniger Tage viele Familien gleichzeitig aufbrechen können, gehört dieser Zeitraum zu den verkehrsreichsten des Jahres. Weiter südlich bleibt es zunächst ruhiger: Baden-Württemberg und Bayern starten erst gegen Ende Juli beziehungsweise Anfang August – ihre Reisewelle rollt später.
Wo es besonders eng wird
Der ADAC erwartet in seinen Prognosen erhöhten Andrang vor allem auf zwei Achsen: den Strecken Richtung Nord- und Ostsee sowie den klassischen Urlaubsrouten in den Süden und zu den Alpen. Als neuralgisch im Norden gelten die Verbindungen an die Küste, etwa die A1 zwischen Hamburg und Bremen, die A7 von Hamburg Richtung Hannover sowie die Autobahnen in Richtung der Ostseebäder. Richtung Süden staut es sich erfahrungsgemäß auf der A9 zwischen Berlin und München und der A8 Richtung Salzburg. An den Grenzübergängen nach Österreich muss zusätzlich mit Wartezeiten gerechnet werden. Erschwerend kommen bundesweit zahlreiche Autobahnbaustellen hinzu – jede Engstelle kann an einem reisestarken Wochenende zum Nadelöhr werden.
Wann die Straßen am vollsten sind
Die kritischen Zeitfenster sind gut vorhersehbar. Am dichtesten wird es an den Wochenenden rund um den Ferienbeginn. Die Spitzen liegen freitagnachmittags, wenn sich Berufs- und Reiseverkehr überlagern, sowie samstagvormittags – dem klassischen Anreisetag für Ferienwohnungen und Hotels. Auch der Sonntagnachmittag kann zäh werden, wenn Ausflügler und Frühurlauber zusammentreffen.
Tipps für eine entspanntere Fahrt
Wer flexibel ist, umgeht die schlimmsten Staus, indem er antizyklisch reist: Fahrten von Dienstag bis Donnerstag sind meist ruhiger als am Wochenende, ein Start früh am Samstagmorgen oder am späten Freitagabend spart Nervenkraft. Wer über die Grenze will, plant Pausen besser vor den bekannten Alpen- und Grenzübergängen ein, statt in der Kolonne zu stehen. Und generell gilt: vor dem Start die Verkehrslage prüfen, genug zu trinken einpacken und bei Hitze regelmäßig Pause machen. Wegplanen lässt sich die Reisewelle ohnehin nicht – aber ein wenig entschärfen.



