Deutschlands Halbleiterindustrie hat einen sichtbaren Moment: In Dresden ist die neue Chipfabrik von Infineon in Betrieb gegangen – die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Konzerns.

Fünf Milliarden Euro für die Smart Power Fab

Rund fünf Milliarden Euro hat Infineon in die sogenannte Smart Power Fab gesteckt. Auffällig ist das Tempo: Vom ersten Spatenstich 2023 bis zur Eröffnung vergingen nur etwa drei Jahre – für ein deutsches Großprojekt dieser Größenordnung bemerkenswert schnell, teils sogar früher als geplant. Produziert werden dort auf modernen 300-Millimeter-Scheiben vor allem Leistungshalbleiter: Chips, die Strom steuern und schalten und damit unter anderem in Elektroautos, Solaranlagen, Industrieanlagen und Rechenzentren stecken.

Tausend neue Arbeitsplätze

Mit der Fabrik entstehen rund tausend neue Arbeitsplätze. Infineon beschäftigt am Standort Dresden damit mehrere Tausend Menschen. Für die Stadt und die Region ist das ein weiterer Schub – und ein Signal, dass High-Tech-Fertigung in Deutschland nicht nur geplant, sondern auch gebaut und betrieben wird.

Geld vom Staat, Ziel Unabhängigkeit

Ein erheblicher Teil der Investition wird öffentlich gefördert. Die Europäische Kommission genehmigte dafür deutsche Staatshilfen in Höhe von rund 920 Millionen Euro im Rahmen des European Chips Act. Das Programm verfolgt ein klares Ziel: Europa soll bei Halbleitern unabhängiger werden, nachdem die Lieferengpässe der vergangenen Jahre – etwa in der Autoindustrie – schmerzhaft vor Augen geführt haben, wie verletzlich globale Chip-Lieferketten sind.

Dresden, das Chip-Herz Europas

Die neue Fabrik fügt sich in ein starkes Umfeld ein. Rund um Dresden hat sich unter dem Namen „Silicon Saxony" der größte Mikroelektronik-Standort Europas entwickelt; ein bedeutender Teil der in Europa gefertigten Chips stammt aus der Region. Neben Infineon produzieren dort weitere Konzerne, und mit dem angekündigten Werk des Weltmarktführers TSMC wächst der Standort weiter. Die Eröffnung der Smart Power Fab ist damit mehr als ein Firmenereignis: Sie ist ein Baustein im Versuch Europas, ein Stück strategischer Technologie zurück auf den Kontinent zu holen.