Es ist ein Bekenntnis, das viele bewegt: Danny Glover, einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods, lebt mit Alzheimer. Öffentlich gemacht hat er es selbst – in einem Fernsehinterview, ruhig und ohne Pathos.

Das Interview

In einem Gespräch mit dem früheren NBC-Moderator Lester Holt, ausgestrahlt am 1. Juli in der Sendung „Today", sprach der 79-Jährige über seine Erkrankung. Diagnostiziert wurde sie bereits vor einigen Jahren – ungefähr um die Zeit, als Glover Anfang 2022 mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award der Filmakademie für sein humanitäres Engagement geehrt wurde. Aufgenommen wurde das Interview in seinem Zuhause in San Francisco; mehrere Familienmitglieder saßen an seiner Seite.

Eine bewusste Botschaft

Dass er seine Diagnose erst jetzt teilt, ist eine bewusste Entscheidung. Glover und seine Familie wollen nach eigenen Worten dazu beitragen, das Stigma rund um Alzheimer abzubauen. „Ich bin mir sicher, dass sich vieles verändern wird, je weiter die Krankheit fortschreitet", sagte er. Die Erkrankung habe seine Beweglichkeit, sein Sprechen und sein Gedächtnis bereits verlangsamt – dennoch nimmt Glover weiter am öffentlichen Leben teil und engagiert sich in seiner Heimatstadt.

Ein Leben auf der Leinwand

Einem Millionenpublikum wurde Glover als Polizist Roger Murtaugh in der Actionreihe „Lethal Weapon" (ab 1987) an der Seite von Mel Gibson bekannt. Doch sein Werk reicht weit darüber hinaus: 1985 spielte er in Steven Spielbergs Drama „Die Farbe Lila" eine seiner eindringlichsten Rollen. Über Jahrzehnte war Glover in Kino und Fernsehen präsent – ein Charakterdarsteller, der ernste Stoffe ebenso beherrschte wie das große Unterhaltungskino.

Mehr als ein Schauspieler

Bekannt ist Glover auch als politischer Aktivist. Er engagierte sich gegen Rassismus, für Gewerkschaften und Bürgerrechte und war als Unicef-Botschafter unterwegs. Genau dieses Engagement wurde 2022 mit dem Ehrenpreis der Academy gewürdigt. Dass er nun auch im Umgang mit seiner Krankheit Haltung zeigt, passt zu diesem Lebensweg: Glover macht aus einer sehr persönlichen Erfahrung ein öffentliches Plädoyer – dafür, Menschen mit Alzheimer nicht auf ihre Diagnose zu reduzieren.