Die kühle Modezarin bekommt eine deutsche Stimme: Florence Kasumba schlüpft in die Rolle der Miranda Priestly – jener Figur, die im Film Meryl Streep zur Ikone der eleganten Härte machte.
Die Rolle und die Bühne
Von Dezember an ist Kasumba in der deutschsprachigen Fassung des Musicals Der Teufel trägt Prada im Stage Theater Neue Flora in Hamburg zu sehen. Sie übernimmt das Haus von der bis Ende Oktober laufenden Produktion „Tarzan". Die Songs stammen von Elton John und werden in deutscher Sprache gesungen. Das Stück, das auf dem Erfolgsroman und dem gleichnamigen Film beruht, erzählt vom Weg der jungen Journalistin Andy, die in einem glamourösen Modemagazin anheuert und sich zwischen Ehrgeiz und Selbstverlust wiederfindet – dirigiert von einer Chefin, deren Wort Gesetz ist.
Ein Kompliment vom Komponisten
Dass ausgerechnet Kasumba die Priestly gibt, hat einen prominenten Fürsprecher. Elton John lobte die Besetzung mit den Worten, Miranda Priestly brauche „Autorität, Intelligenz, Charisma und Stil – und Florence Kasumba hat alles davon". Sie habe eine außergewöhnliche Präsenz, die einen Raum sofort verwandle. Die Schauspielerin selbst sprach von einer echten Sehnsucht nach der Musical-Bühne: Sie vermisse Gesang und Tanz sehr.
Eine Rückkehr auf vertrautes Terrain
Für Kasumba ist es keine fremde Welt. Ihre Laufbahn begann im Musical: 2002 stand sie in „Mamma Mia!" auf der Bühne, 2003 spielte sie in „Aida" – ebenfalls einem Werk mit Musik von Elton John. Später wurde sie einem breiten Publikum durch Film und Fernsehen bekannt, unter anderem in internationalen Produktionen. Nun kehrt sie an den Ort ihrer künstlerischen Anfänge zurück, in eine Rolle, die Bühnenpräsenz und Doppelbödigkeit gleichermaßen verlangt.
Warum die Figur zieht
Miranda Priestly ist mehr als eine strenge Chefin: Sie verkörpert die Faszination und den Preis einer Welt, in der Stil zur Machtfrage wird. Genau diese Ambivalenz macht die Rolle für Darstellerinnen so reizvoll – und für das Publikum den Reiz aus. Ob Kasumba der Figur eine eigene Note gibt, wird sich von der Premiere an zeigen. Die Voraussetzungen dafür bringt sie mit.



