In Bremen wird das Halten eines Hundes von diesem Monat an ein Stück verbindlicher: Das Land führt einen verpflichtenden Hundeführerschein ein.

Für wen die Pflicht gilt

Maßgeblich ist der Stichtag 1. Juli 2026. Wer sich von diesem Datum an einen Hund anschafft, braucht für jedes Tier grundsätzlich einen Hundeführerschein – unabhängig von Rasse oder Größe. Wer seinen Hund schon vorher hatte, genießt Bestandsschutz und muss für dieses Tier nichts nachholen. Erfahrene Halterinnen und Halter, die in den vergangenen fünf Jahren mindestens zwei Jahre lang einen Hund hatten und den Theorieteil bestehen, müssen nur die praktische Prüfung ablegen.

Theorie zuerst, Praxis binnen eines Jahres

Der Nachweis besteht aus zwei Teilen. Die theoretische Prüfung ist bereits vor der Anschaffung des Hundes zu absolvieren; sie umfasst 35 Fragen zu Verhalten, Pflege und Erziehung von Hunden, von denen 75 Prozent richtig beantwortet werden müssen. Die praktische Prüfung folgt innerhalb eines Jahres, wobei der Hund dafür mindestens zwölf Monate alt sein muss. Geprüft wird, ob Halter und Tier im Alltag sicher zusammenfinden.

Strengere Regeln für auffällige Hunde

Besondere Vorgaben gelten für Hunde, die in der Vergangenheit als gefährlich eingestuft wurden. Für sie ist eine Erlaubnis nötig, und die Halter haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit, sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil samt einer Wesensprüfung des Tieres nachzuholen.

Was bei Verstößen droht

Der Hundeführerschein ist keine bloße Empfehlung: Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Bremen reiht sich damit in die Reihe jener Länder ein, die einen Sachkundenachweis für Hundehalter verlangen – mit dem erklärten Ziel, Mensch und Tier besser aufeinander vorzubereiten und Konflikte im Alltag zu verringern.

Ein Trend mit Vorbildern

Neu ist die Idee nicht. In Niedersachsen etwa ist ein Sachkundenachweis für Hundehalter bereits seit Jahren Pflicht. Dass nun auch Bremen nachzieht, zeigt, wie sich das Modell allmählich ausbreitet. Für angehende Hundehalter im kleinsten Bundesland heißt das vor allem eines: Der Weg zum eigenen Vierbeiner führt künftig zuerst über die Schulbank.