Mehr als acht Jahrzehnte nach Kriegsende bestimmt der Zweite Weltkrieg noch immer den Alltag – an diesem Mittwoch auf einer der wichtigen Ost-West-Verbindungen Brandenburgs.
Zwei Stunden Vollsperrung
Die Bundesautobahn A12 wird am Vormittag zwischen den Anschlussstellen Fürstenwalde-Ost und Müllrose voll gesperrt. Geplant ist die Sperrung nach Angaben der Behörden für den Zeitraum zwischen 9 und 11 Uhr. Grund ist die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die bei Briesen im Landkreis Oder-Spree gefunden wurde. Wie lange die Arbeiten am Ende tatsächlich dauern, lässt sich vorab nicht exakt sagen – es hängt vom Verlauf der Entschärfung ab.
Keine Evakuierung nötig
Rund um den Fundort richten die Einsatzkräfte einen Sperrkreis mit einem Kilometer Radius ein. Anders als bei vielen Entschärfungen in dicht bebauten Gegenden müssen diesmal keine Anwohner ihre Wohnungen verlassen: In dem Gefahrenbereich liegen den Behörden zufolge keine Wohnhäuser. Das hält die Auswirkungen für die Menschen vor Ort gering – die eigentliche Last tragen die Autofahrer.
Was Reisende beachten sollten
Wer die Strecke am Vormittag nutzen will, sollte den Abschnitt großräumig umfahren und zusätzliche Fahrzeit einplanen. Die A12 ist eine viel befahrene Verbindung Richtung polnische Grenze, entsprechend spürbar dürfte der Rückstau werden, sobald die Sperrung greift. Sobald die Bombe unschädlich gemacht ist, wird die Autobahn wieder freigegeben.
Alltag mit dem Kriegserbe
Blindgängerfunde sind in Brandenburg keine Ausnahme. Bei Bauarbeiten, Erkundungen oder Luftbildauswertungen stoßen Fachleute immer wieder auf Munition und Bomben aus den letzten Kriegsmonaten. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst rückt dann aus, sperrt das Umfeld und entschärft die Funde kontrolliert. Für die Bevölkerung bedeutet das meist einige Stunden Einschränkung – und die nüchterne Erinnerung daran, dass der Boden hier noch immer Spuren eines Krieges birgt, der 1945 endete.



