Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitsbewertung für Russland deutlich verschärft: Ab sofort gilt die Reisewarnung nicht mehr nur für die an die Ukraine grenzenden Gebiete, sondern für das gesamte Land.
Von der Grenzregion auf das ganze Land
Bislang hatte die Bundesregierung vor allem vor Reisen in die Grenzregionen zur Ukraine gewarnt. Nun bezieht sich die Reisewarnung auf das gesamte Territorium der Russischen Föderation – von Moskau und St. Petersburg bis in den fernen Osten. Die Reisewarnung ist die höchste Warnstufe im deutschen System der Reise- und Sicherheitshinweise; sie bedeutet, dass von Reisen dringend abgeraten wird.
Drohnenangriffe reichen tief ins Land
Hauptgrund für die Ausweitung sind die ukrainischen Drohnenangriffe, die längst nicht mehr nur die Kampfzone treffen. Auch das Stadtgebiet und die Umgebung von Moskau, der Raum St. Petersburg und die Region Leningrad werden zunehmend zum Ziel. Das Auswärtige Amt warnt vor einer erheblichen Gefährdung durch Drohnen und herabstürzende Trümmerteile. Als Folge kommt es immer wieder zu mehrstündigen Sperrungen von Flughäfen, die Hunderte Flugausfälle und chaotische Zustände nach sich ziehen können.
Gefahr willkürlicher Festnahmen
Neben der unmittelbaren Gefahr aus der Luft verweist das Auswärtige Amt auf ein zweites, gravierendes Risiko: die Gefahr willkürlicher Festnahmen. Deutsche Staatsangehörige können demnach ins Visier der russischen Behörden geraten. Besonders heikel ist die Lage für deutsch-russische Doppelstaatler: Sie werden von russischer Seite in der Regel als russische Staatsbürger behandelt – mit allen Konsequenzen, bis hin zu einer möglichen Heranziehung zum Wehrdienst.
Keine Ausreiseaufforderung – aber ein klares Signal
Eine ausdrückliche Aufforderung an alle Deutschen, das Land zu verlassen, ist die Warnung nicht. Doch die Botschaft ist unmissverständlich: Wer nicht zwingend muss, sollte nicht nach Russland reisen. Die Entscheidung markiert einen weiteren Tiefpunkt in den deutsch-russischen Beziehungen und zeigt, wie sehr der Krieg gegen die Ukraine inzwischen auch das Alltagsleben und die Sicherheit im russischen Hinterland prägt.



