Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen – umso mehr sorgt eine Meldung über erhöhte Bakterienwerte für Aufmerksamkeit. Zur Einordnung vorweg: Ein Badeverbot gibt es nicht.

Was gemessen wurde

Im Rahmen ihrer alljährlichen Gewässerkampagne „Goletta dei Laghi" hat die italienische Umweltorganisation Legambiente das veronesische Ufer des Sees untersucht. Von sechs Messstellen lagen drei im zulässigen Bereich. An drei Bachmündungen aber wurden zu hohe Werte festgestellt: an den Zuläufen Bosca und Rielo als „verschmutzt", an der Mündung des San Severo im Hafen von Bardolino als „stark verschmutzt". Gemessen wurden Escherichia coli und Enterokokken – die beiden zentralen Kennwerte der europäischen Badegewässer-Richtlinie. Konkrete Zahlenwerte nannte Legambiente nicht.

Warum die Badezonen sicher bleiben

Entscheidend für Urlauber ist, wo gemessen wurde: Die belasteten Stellen liegen an Bachmündungen, nicht in den offiziellen, überwachten Badebereichen. Ein Badeverbot besteht nicht, und die genutzten Strände am veronesischen Ufer werden weiterhin regelmäßig kontrolliert und müssen die EU-Standards einhalten. Der Gardasee zählt insgesamt zu den gut überwachten Badegewässern Europas.

Woher die Belastung kommt

Als Ursachen nennt Legambiente Schwachstellen in der Abwasserentsorgung und den Umgang mit tierischen Abfällen aus der Landwirtschaft in den Einzugsgebieten der Bäche. Das Muster ist bekannt: Vor allem nach kräftigen Regenfällen werden Schmutzfrachten aus dem Hinterland in die Zuläufe und von dort in den See gespült. Gegenüber dem Vorjahr, als alle Messstellen im grünen Bereich lagen, ist das eine Verschlechterung – ein Signal, das die Umweltschützer zu koordinierten Gegenmaßnahmen mahnen.

Praktische Tipps für den Badeurlaub

Wer am Gardasee Urlaub macht, muss seine Pläne nicht ändern, kann aber ein paar einfache Regeln beherzigen. Nach starkem Regen sollte man das Baden direkt an Fluss- und Bachmündungen meiden und lieber ein, zwei Tage warten. An offiziellen Stränden informieren Aushänge und die örtlichen Gesundheitsbehörden, falls doch einmal eine Einschränkung gilt. So bleibt der See das, was er für die meisten ist: ein sicheres und lohnendes Ziel.