Der KI-Anbieter OpenAI hat sein neues Modell GPT-5.6 für die breite Nutzerschaft freigegeben, nachdem es seit Ende Juni nur in einer eingeschränkten Vorschau lief, wie heise online berichtet. Statt eines einzelnen Modells rollt der Konzern gleich eine ganze Familie aus, und ein neues Namenssystem.

Drei Stufen: Sol, Terra, Luna

GPT-5.6 kommt in drei Varianten. Sol ist das leistungsstärkste Flaggschiff, Terra das ausgewogene Modell für den Alltag, Luna die schnellste und günstigste Option. Für besonders anspruchsvolle Aufgaben gibt es zusätzlich eine Stufe namens Ultra, die mehrere Arbeitsprozesse parallel koordiniert.

Ein App-Umbau mit Nebenwirkungen

Auch die Anwendungen ordnet OpenAI neu. Die bisherige ChatGPT-App heißt künftig „ChatGPT Classic". Die frühere Entwickler-App Codex wird zur neuen zentralen Desktop-Anwendung und vereint Chat, Work und Codex unter einem Dach, behält aber ihr Codex-Design. Das ergibt eine verwirrende Lage, in der mehrere ähnlich klingende Apps nebeneinander existieren.

Die Namensverwirrung

Genau hier liegt der Haken. Neben Sol, Terra und Luna kursieren weitere Zusätze wie Ultra, Pro und Extended. In Diskussionen zeigen sich Nutzer überfordert und fragen schlicht, wo man denn nun einfach nur chatten könne. Was als klare Struktur gedacht war, wirkt auf viele wie ein Etikettenwirrwarr.

Wer was bekommt

Die Modelle sind an die Abostufen geknüpft. Das Spitzenmodell Sol steht Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Kunden offen, während Gratis- und Go-Nutzer auf Terra zugreifen. Auch bei den Preisen für die Programmierschnittstelle gibt es klare Abstufungen: Sol ist mit fünf Dollar je Million eingegebener und 30 Dollar je Million ausgegebener Token am teuersten, Terra liegt bei 2,50 und 15 Dollar, Luna mit einem und sechs Dollar am günstigsten.

Einordnung

Hinter dem Namenswirbel steckt ein nachvollziehbarer Gedanke: Die Ziffer (5.6) soll die Generation kennzeichnen, die Namen Sol, Terra und Luna dauerhafte Leistungsklassen, die sich unabhängig weiterentwickeln. Ob das die Orientierung erleichtert oder erschwert, wird sich zeigen. Klar ist: Der Sprung von Versionsnummern zu Eigennamen ist vor allem ein Marketing-Signal, kein technischer Umbruch. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer zählt am Ende weniger der Name als die Frage, ob die Antworten besser werden.